Laufen

Laufentaler kämpfen für ihr Krankenhaus: «Wenn es notwendig wird, werden die Gerichte darüber entscheiden müssen»

Einige Zeit blieben die Kritikerinnen und Kritiker der Schliessung des Spitals Laufen still. (Archivbild)

Einige Zeit blieben die Kritikerinnen und Kritiker der Schliessung des Spitals Laufen still. (Archivbild)

Die Befürworter des Spitals Laufen löchern die Baselbieter Regierung mit Fragen. Die bevorstehende Schliessung darf nicht sein.

Einige Zeit blieben die Kritikerinnen und Kritiker der Schliessung des Spitals Laufen still. Es macht den Anschein, dass sie die Hiobsbotschaft, die im Herbst verkündet worden war, erst verdauen mussten. Nun nimmt der Kampf für den Erhalt des Spitals, das geschlossen und durch ein ambulantes Gesundheitszentrum ersetzt werden soll, aber Fahrt auf.

Die Befürworter des neben Bruderholz und Liestal dritten Standorts des Kantonsspitals Baselland (KSBL) mobilisieren auf Facebook. Eine öffentliche Gruppe, die sich das Fortbestehen des Spitals zum Ziel gesetzt hat, zählt mittlerweile knapp 700 Mitglieder. Die Interessensgemeinschaft Pro Spital Laufen hat sich vor wenigen Tagen schriftlich an den Baselbieter Regierungsrat gewandt. In ihrem Schreiben bringen die fünf Unterzeichnenden nicht nur ihr Missfallen über die geplante Schliessung des Spitals zum Ausdruck. Sie stellen dem Kanton auch viele Fragen zu den Hintergründen der geplanten Umgestaltung des Gesundheitswesens im Laufental.

«Ich kenne keinen im Tal, der für eine Schliessung ist»

Einer der Initianten der Facebook-Gruppe und der Interessensgemeinschaft ist der Laufner Stadtrat Simon Felix (FDP). Neben ihm hat auch Josef Cueni, der ehemalige technische Leiter des Laufner Spitals, seine Unterschrift unter den Fragenkatalog an den Regierungsrat gesetzt. Für Felix ist klar: «Wir führen diesen Kampf für die Laufentalerinnen und Laufentaler. Ich kenne keinen im Tal, der für eine Schliessung ist.» Er ist überzeugt, mit dem Anliegen eine Chance zu haben. Es sei noch längst nichts verloren.

Am Schluss könnten die Gerichte entscheiden

Die Fragen, auf welche die Spital-Verfechter bis Anfang April vom Kanton Baselland eine Antwort erwarten, sind vielfältig: «Wer hat die Schliessung des KSBL Laufen beschlossen?», «Besteht ein Sozialplan für die Mitarbeiterinnen, denen es nicht möglich ist, eine Stelle in Liestal oder Bruderholz anzutreten?», «Wieso ist das bestehende Spital nicht für das Gesundheitszentrum geeignet?», «Wie wird die Bevölkerung in den Entscheid der Regierung einbezogen?»

Vor allem die Frage zum Einbezug der Laufentaler scheint eine entscheidende Rolle zu spielen. «Ich spüre grosses Misstrauen gegenüber dem Kanton Baselland. Viele im Laufental haben das Gefühl, beim Entscheid, das Spital Laufen zu schliessen, übergangen worden zu sein», sagt Simon Felix. An einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Januar in Laufen wurden dem Volk die Pläne vorgestellt. Zahlreiche Anwesende äusserten sich kritisch zur Schliessung des Spitals.

Beim Kanton hat man vor, diese Voten aufzunehmen. «Die verschiedenen – durchaus auch sehr kritischen – Rückmeldungen werden wir im laufenden Projekt erörtern und entsprechend nach bedarfsgerechten Lösungen suchen», sagt Rolf Wirz, Sprecher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD). Es sei geplant, die Bevölkerung auch künftig zu informieren.

Einen wichtigen Platz im Schreiben an den Kanton nimmt der Laufental-Vertrag ein. Im Vertrag, der im Rahmen des Kantonswechsels des Laufentals ausgearbeitet wurde, wird der Bestand des Spitals Laufen «dauernd gewährleistet». Man könne den Staatsvertrag nicht einfach ignorieren, findet Spital-Kämpfer Felix. Es sei gut möglich, dass man die Gültigkeit des Vertrags prüfen lassen werde. In Liestal stellt man sich darauf ein. VGD-Sprecher Wirz sagt: «Wenn es notwendig wird, werden die Gerichte darüber entscheiden müssen.»

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