Gesundheitsversorgung

Laufner Stadtpräsident Alex Imhof: «Das Defizit des Spitals Laufen ist viel höher, als wir dachten»

Das Spital Laufen wird zum Gesundheitszentrum.

Das Spital Laufen wird zum Gesundheitszentrum.

Nach langen Verhandlungen steht fest: Das Laufental verliert sein Krankenhaus. Doch der abtretende Laufner Stadtpräsident Alex Imhof erachtet das Ende des Spitals als eine Chance für die Bevölkerung.

Als Mitglied der «Laufentaler Verhandlungsdelegation zur Zukunft des Spitalstandorts Laufen» (VDSL) rang Alex Imhof mit dem Kanton und dem Kantonsspital Baselland (KSBL) um das Laufner Spital. Beim geplanten regionalen Gesundheitszentrum, welches das Spital ablösen wird, handelt es sich um einen Kompromiss, mit dem alle drei Parteien leben können. Ganz zufrieden können die Laufentalerinnen und Laufentaler jedoch nicht sein, da die ursprünglichen Forderungen nicht erfüllt werden.

Alex Imhof, wieso ist das regionale Gesundheitszentrum für die Bevölkerung eine gute Lösung?

Alex Imhof: Wir mussten feststellen, dass das stationäre Angebot von der Laufentaler Bevölkerung nur wenig gesucht wird. Gleichzeitig ist das ambulante Angebot wichtig und wird in den kommenden Jahren an Bedeutung noch zunehmen. In Abwägung dieser beiden Erkenntnisse entschlossen wir uns, ein Gesundheitszentrum mit einem breiten medizinischen Angebot aufzubauen. Diese Möglichkeit besteht jetzt – dieses Zeitfenster mussten wir nutzen.

Sie analysierten mit einer Beratungsfirma die Gesundheitsbedürfnisse der Laufentaler. Wie sehen Ihre Erkenntnisse aus?

Im stationären Bereich benötigt die Bevölkerung Spezialistinnen und Spezialisten. Diese findet man in Laufen nicht. Im ambulanten Bereich ist eine gute Vor-Ort-Behandlung gefragt. Es braucht gut ausgerüstete Hausärzte, Diagnostik, verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten und Sprechstunden.

Noch im Juni erklärten Sie, dass die Verhandlungsdelegation am früheren Konsenspapier, das eine Aufrechterhaltung des stationären Angebots in Laufen vorsah, festhalten werde. Wieso schwenkten Sie nun um?

Es zeigte sich, dass das Defizit des Spitals Laufen viel höher ist, als wir dachten. Davor können wir die Augen nicht verschliessen. Wahrscheinlich würde es das Spital Laufen nicht einmal mehr auf die Spitalliste schaffen und die Zulassung erhalten, stationäre Leistungen anzubieten. Hier haben sich die Kriterien des Bundes stark verändert. Die Delegation hatte sich darum entschlossen, aktiv in den Veränderungsprozess einzugreifen und mithilfe von Spezialisten ein Zielbild auszuarbeiten, das nun die Schaffung eines regionalen Gesundheitszentrums vorsieht.

Nach einer Übergangsphase am derzeitigen Standort soll in Bahnhofsnähe ein Neubau entstehen. Wieso plädieren Sie dafür, die Räumlichkeiten an der Lochbruggstrasse zu verlassen?

Ein Gesundheitszentrum in Laufen macht Sinn. Und noch besser ist es, wenn sich dieses in Bahnhofsnähe befindet, wie Beispiele von anderen Gesundheitszentren zeigen. Ein wettbewerbsfähiges Gesundheitszentrum sollte gut erreichbar sein. Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr ist wichtig. Heute sind viele, die schlecht zu Fuss sind, auf ein Taxi angewiesen, das sie ins Spital Laufen bringt.

Wo existieren in der Umgebung des Bahnhofs passende Standorte für ein Gesundheitszentrum?

Es ist noch offen, ob das Gesundheitszentrum in einem Neubau oder einem bestehenden Gebäude untergebracht sein soll. Es gibt in Bahnhofsnähe verschiedene Varianten: Ich denke etwa an die Freiflächen hinter dem Coop oder an das Birs Center.

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