Rheinsalinen

Laut einer Studie schadet der Import von Salz der Umwelt

Salz wie Sand am Meer: Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen AG, steht im Saldome der Saline Riburg.

Salz wie Sand am Meer: Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen AG, steht im Saldome der Saline Riburg.

Die importierten Salze oft unbrauchbar und kleinere Störungen könnten so zu einem wirtschaftlichen Schaden in Milliarden-Höhe führen

Schweizweit sorgt das Auftausalz der Schweizer Salinen AG dafür, dass die Verkehrsteilnehmer mit ihrem Gefährt bei frostigen Temperaturen und Nässe heil von A nach B kommen. Aktuell produzieren die Salinen Riburg, Schweizerhalle und Bex insgesamt 2100 Tonnen Salz pro Tag, um die Mobilität sicherzustellen.

Jährlich stellen die drei Salinen zusammen 300'000 Tonnen her, die in grossen Hallen gelagert werden. Zwei dieser Hallen sind die Saldome in Rheinfelden, wo das Gros des weissen Rohstoffs lagert.

Umweltauswirkungen verglichen

Dort, bei der Saline Riburg, stellte Cornelia Stettler von der Umweltberatungsfirma Carbotech AG die Ergebnisse einer Studie zur Ökobilanz von Auftausalzen vor. Konkret verglich die Studie die Umweltauswirkungen der heimischen Auftausalz-Produktion mit jenen von Siede-, Stein- und Meersalz, das in die Schweiz importiert wird.

«Gerade aus der ‹grünen Ecke› wird das bewährte Modell der einheimischen Salzproduktion in letzter Zeit vermehrt infrage gestellt», sagt Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen AG. So werde behauptet, dass die Einfuhr von ausländischem Salz ökologischer sei. «Mit der Studie wollten wir überprüfen, ob diese Aussage auch einer wissenschaftlichen Begutachtung standhält», so Hofmeier.

Vergleicht man die CO2-Emissionen, die durch die Herstellung und den Transport von Auftausalzen verursacht wird, zeigt sich, dass «Schweizer Siedesalz aus Riburg klar im Vorteil ist», fasst Studienleiterin Stettler das Forschungsergebnis zusammen. «Ein Grund dafür ist, dass die Schweizer Salinen ihren Strom seit Anfang des vergangenen Jahres zu 100 Prozent aus Wasserkraft beziehen.» Den grössten CO2-Fussabdruck weist Siedesalz aus Holland und Spanien auf. Ursachen hierfür seien der hohe Energiebedarf bei der Produktion sowie die langen Transportwege, so Stettler.

Einen geringeren CO2-Ausstoss bei der Herstellung haben Meersalze aus Frankreich und Tunesien. Dies auch, weil für die Meersalzgewinnung primär die Wärme der Sonne genutzt wird. «Doch der Vorteil des geringeren CO2-Ausstosses in der Herstellung wird durch den Transport via Lastwagen und Schiff wieder zunichtegemacht», sagt Stettler.

Den Vergleich zwischen allen Importsalzen gewinnt Steinsalz aus Deutschland. Wobei auch hier immer noch 60 Prozent mehr an CO2-Emissionen als für Schweizer Siedesalz anfallen. Hinsichtlich der Emissionen fällt hier insbesondere der Transport via Lastwagen ins Gewicht. Gleiches gilt für Steinsalz aus Italien.

Neben den ökologischen Aspekten betont die Studie auch, dass technische Aspekte und die Realisierbarkeit entscheidend sind, wenn es darum geht, Alternativen für das einheimische Auftausalz zu prüfen. Gemäss Franz Götzfried, Berater in der Salzindustrie, bestünde seit ein paar Jahren eine europaweite Knappheit an Siedesalz. «Ein Import von 300'000 Tonnen an Siedesalz pro Jahr ist nicht realistisch», sagt er.

«Importsalz teils unbrauchbar»

Grundsätzlich stünden zwar in benachbarten Ländern und Nordafrika Stein- und Meersalz in ausreichender Menge zur Verfügung, erfahrungsgemäss käme es aber in strengen Wintern zu Versorgungsengpässen, so Götzfried. «Die harten Winter 2009/10 und 2010/11 haben gezeigt, das Importsalz oftmals nicht den Qualitätsansprüchen genügte und teilweise unbrauchbar war.»

Gemäss Götzfried würde ein Import von Meersalzen für die Gemeinden und Kantone hohe Kosten verursachen. Dies, weil das Meersalz wegen der Feuchtigkeit und der verminderten Rieselfähigkeit nicht in Silos gelagert werden kann. Etliche neue Lagerhallen müssten gebaut werden», sagt er.

Für Hofmeier ist klar, dass der Wert der Mobilität zu hoch ist, um sich auf den Import aus anderen Ländern zu verlassen. «Kleinere Störungen führen zu einem wirtschaftlichen Schaden in Milliarden-Höhe. Um die landesweite Mobilität sicherzustellen, ist es richtig, Salz, das man im eigenen Land hat, auch abzubauen.»

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