Bauchef

Lauter Weckruf an Liestaler Stadtrat Daniel Muri

Daniel Muri.

Daniel Muri.

Der Liestaler Einwohnerrat war unzufrieden mit der Qualität von zwei Berichten des neuen Bauchefs.

Fünf Jahre lang war Daniel Muri (parteilos) im Liestaler Stadtrat für die Bildung zuständig. Dabei stand er kaum je im Rampenlicht. Im Sommer übernahm er das Bauwesen. Seither steht er im Rampenlicht, aber kaum so, wie er sich das vorgestellt haben dürfte. Schon an der letzten Einwohnerratssitzung wurde die Qualität seiner Beantwortung einer Interpellation bemängelt. An der Sitzung von gestern Abend entlud sich nun ein richtiggehendes Gewitter.

Anlass waren zwei Berichte aus Muris Küche zu Vorstössen von Benjamin Holinger (Grüne). Beim ersten ging es um ein grüneres Bahnhofareal. Holinger bat den Stadtrat, zusammen mit der Stiftung Natur und Wirtschaft zu prüfen, wie das Gebiet pflanzlich aufgewertet werden könne,  um Hitzeinseln im Sommer wegen der Abstrahlung des vielen Betons entgegen zu wirken. Die Antwort des Stadtrats lautete, dass man wegen den beengten Verhältnissen rund um die künftigen Bahnhofgebäude nichts tun könne. Allenfalls ergäben sich später beim Hochhausbau Möglichkeiten.

Beide Postulate wurden stehen gelassen

Holinger war alles andere als zufrieden damit: «Ich bin wirklich enttäuscht. Das ist keine seriöse Antwort, der Fragekatalog wurde nicht ernst genommen.» Man könne deswegen das Geschäft inhaltlich gar nicht diskutieren und er  bitte, das Postulat nicht wie vom Stadtrat beantragt, abzuschreiben. Ausser dem FDP-Sprecher schloss  sich eine Fraktion nach der andern Holingers Sichtweise an. «Ich bin ein bisschen erschlagen», meinte darauf Muri und fügte an, der Bahnhof müsse in erster Linie ein funktionstüchtiger Ort sein, an dem man sich schnell von A nach B bewegen könne. Das überzeugte das Parlament nicht: Mit 33 zu 4 Stimmen liess es das Postulat stehen.

In etwas abgeschwächter Form wiederholte sich das Debakel für Muri bei dessen Bericht zu Holingers zweitem Vorstoss. Der Stadtrat wollte nichts wissen davon, identitätsstiftende Objekte wie den alten Güterkran oder die Bahnhofsuhr in die Neuzeit zu retten. Mit 20 zu 15 Stimmen liess der Rat auch dieses Postulat stehen.

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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