Aesch

Leise Hoffnung für Tempo 30 auf Kantonsstrassen – Forderung nach Tempo 30-Zone wird in Aesch wieder lauter

Die Aescher wünschen sich unter anderem eine Verkehrsberuhigung auf der Hauptstrasse sowie die Verlängerung der Tramlinie 11 vom Dorf an den Bahnhof. (Symbolbild)

Die Aescher wünschen sich unter anderem eine Verkehrsberuhigung auf der Hauptstrasse sowie die Verlängerung der Tramlinie 11 vom Dorf an den Bahnhof. (Symbolbild)

Das Thema bewegt. Der Schloss-Chäller war bis fast auf den letzten Platz besetzt. Die SP Aesch-Pfeffingen lud am Montagabend zur Diskussion über die Zukunft des Dorfzentrums. Das Thema ist in Aesch ein Dauerbrenner.

Bereits 2007 führte der Verein «Attraktives Aesch» bei seinen Mitgliedern eine Umfrage durch, wie das Dorfzentrum der Zukunft aussehen könnte. Gewünscht wurde unter anderem eine Verkehrsberuhigung auf der Hauptstrasse sowie die Verlängerung der Tramlinie 11 vom Dorf an den Bahnhof.

Doch passiert ist seitdem nichts. Nun erhalten die Forderungen neuen Aufschwung. Die Ortsdurchfahrt wird gleich durch mehrere Verkehrsprojekte entlastet. Der Durchstich in den Pfeffingerring wird im kommenden Sommer fertiggestellt. Damit wird das Gewerbegebiet von kantonaler Bedeutung «Aesch Nord» von der Autobahn her einfacher erreichbar. Für den Vollanschluss auf die Autobahn H 18 erfolgt bereits am 9. Dezember der Spatenstich. Damit kann Aesch auch in Richtung Laufental auf der Autobahn verlassen werden. Kommt zudem die sehnlichst erwartete Lösung beim Knoten Angenstein, rechnen Experten mit einer Verkehrsentlastung der Aescher Ortsdurchfahrt um gut 30 Prozent.

Kanton diskutiert über Tempo-30-Strategie

Die Ortsdurchfahrt Aesch gehört aber dem Kanton. Tempo 30 ist gemäss Strassenverkehrsgesetz auf Kantonsstrassen nur erlaubt, wenn die Sicherheit gefährdet, die Lärm- oder grundsätzlich die Umweltbelastung zu stark und der Verkehrsfluss gestört sind. Im Gegensatz zu anderen Kantonen ist Baselland bisher noch auf keine Wünsche von Gemeinden eingegangen, die in ihrem Zentrum auf einer Kantonsstrasse Tempo 30 einführen wollten. Zuletzt wurde dies Therwil auf Höhe Bahnhöfli verwehrt. Das Bundesgericht hat aber schon mehrfach Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen bewilligt.

Seine eher ablehnende Haltung machte der Baselbieter Regierungsrat im Mai in der Beantwortung einer Interpellation des Aescher SP-Landrats Jan Kirchmayr klar. Doch dieser hegt in den neuen Besetzungen der dafür zuständigen Bau- und Umweltschutzdirektion mit Isaac Reber (Grüne) und der Sicherheitsdirektion mit Kathrin Schweizer (SP) neue Hoffnungen.

Die Sicherheitsdirektion bleibt aber bei ihrer Haltung, die sie Kirchmayr bereits im Mai kundgetan hat. Der Regierungsrat teile die Ansicht des Bundesgerichts, dass Tempo 30, insbesondere bezüglich der Verkehrssicherheit und Lärmbelastung, positive Auswirkungen hat. Es müsse aber konkret Gefahr bestehen, durch die Temporeduktion der Verkehrsablauf verbessert und die Umweltbelastung reduziert werden können. Dabei müsse im Gutachten dargelegt werden, ob die Massnahme «nötig, zweck- und verhältnismässig» ist oder ob andere Massnahmen vorzuziehen sind, schreibt die Sicherheitsdirektion auf Anfrage.

Gemäss Bau- und Umweltschutzdirektion finden «in näherer Zukunft» Gespräche zwischen ihr, der Sicherheitsdirektion und involvierten Fachstellen statt, wie eine mögliche Strategie «Tempo 30 in Dorfzentren auf Kantonsstrassen» in Zukunft aussehen könnte. Mit der Verlängerung der Tramlinie 11 möchte die SP Aesch-Pfeffingen den Bahnhof zu einem bedeutenden Umsteigeknoten machen und das Dorfzentrum von der platzraubenden Tramschlaufe befreien. Dafür hat Jan Kirchmayr vor zwei Wochen im Kantonsparlament einen Vorstoss eingereicht, um von der Regierung konkrete Angaben zur Realisierbarkeit zu erfahren. Das Postulat wurde ohne Gegenstimme überwiesen.

Der Kanton wird nun eine Machbarkeitsstudie erarbeiten. Die Verlängerung der Linie 11 ist Teil der Tramnetzstudie. Das heisst, das Infrastrukturelement wurde geprüft und für vertiefungswürdig befunden. Aktuell ist das Tiefbauamt am Finalisieren des Betriebs- und Gestaltungskonzepts Aesch. «Die Prüfung der Tramverlängerung macht aus fachlicher und zeitlicher Sicht Sinn», erklärt die Sprecherin der Baudirektion, Catia Allemann.

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