Nachgefragt

Leiter der Hauptapteilung Kriminalitätsbekämpfung: «Wir küren auch nicht einen‹Cop of the Year›»

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Anlässlich der veröffentlichten Kriminalitätsstatistik haben wir bei Martin Grob nachgefragt, was diese für die weitere Arbeit der Baselbieter Polizei bedeutet.

Herr Grob, die Baselbieter Polizei kann eine glänzende Kriminalstatistik 2016 vorweisen. Worauf sind Sie besonders stolz?

Martin Grob: Am meisten stolz bin ich auf den neuen Lagebereich bei uns in der Kripo. Wir gehen nicht mehr blind drauf los, wenn es irgendwo im Kanton Einbrüche gibt, sondern wir analysieren zuerst die Situation und fragen nach möglichen Zusammenhängen. So können wir besser drohende Serien erkennen.

Wie muss sich der Laie diesen neuen Lagebereich vorstellen?

Der Lagebereich ist eine der drei Abteilungen der Kriminalpolizei, in der wir rund zehn Spezialisten aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammengezogen haben; im Team befinden sich erfahrene Kriminalisten und Fahnder ebenso wie Wissenschafter und Analysten. Zusammen versucht diese Gruppe, vorhandene Informationen zu sammeln und auszuwerten. Diese gemeinsame Anstrengung ist das Erfolgsgeheimnis, darum klappt die Lageanalyse auch so gut.

Wie wird sich die Einbruchskriminalität im Baselbiet entwickeln?

Ich habe keine Kristallkugel, um das vorauszusagen, aber ich hoffe, dass wir den jetzigen tiefen Stand halten können.

Die laufende Reorganisation hin zur mobilen Polizei fordert das Korps und stellt dieses vor grundlegende Veränderungen, was man verunsichern mag. Wir gross sind die internen Widerstände?

Wir haben bereits 2015 eine Reorganisation der Kripo durchgeführt, in deren Zuge wir die zuvor dezentral auf die Posten verteilten Ermittler an einem Ort zusammengefasst haben. Da mussten dann schon langjährige Gewohnheiten durchbrochen werden. Wenn jemand während 30 Jahren stets zum Mittagessen nach Hause konnte und dann plötzlich nicht mehr, ergaben sich Widerstände. Inzwischen sehen die Leute aber ein, dass man nach dem neuen System einfacher arbeiten kann, und für die Kader wird die Führung viel einfacher, wenn sie nicht von Posten zu Posten den Handelsreisenden spielen müssen. Das betrifft jetzt aber nur die Kripo. Für die uniformierte Polizei kann ich nicht sprechen.

Haben Sie eigentlich in Ihrer Kripo einen Super-Cop, der besonders viele Einbrecher erwischt?

(lacht) Nein, wir führen diesbezüglich keine Statistik. In den allgemeinen Ermittlungsdiensten machen wir keinen Unterschied zwischen den einzelnen Verbrechenskategorien. Alle müssen alles machen und können. Deswegen verteilen sich auch die Erfolge. Wir küren auch nicht einen «Cop of the Year».

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