Coronavirus

Lieber nur so viel Schutz wie nötig: Keine Maskenpflicht für Baselbieter Schüler

Ohne Mund- und Nasenschutz darf niemand in Basel eine Mittelschule betreten.

Ohne Mund- und Nasenschutz darf niemand in Basel eine Mittelschule betreten.

Im Gegensatz zur Stadt müssen sich im Baselbiet die Sek-Schüler (noch) nicht generell eine Maske aufsetzen.

Ab Montag müssen in Basel-Stadt alle Schüler und Lehrkräfte im Unterricht permanent eine Maske tragen, nicht nur auf dem Schulhof und den Gängen. Die Regel gilt für alle Schulen oberhalb der Primarstufe. Ausnahmen gibt es nur aus medizinischen Gründen oder wenn Lehrpersonen einen Abstand von 2,5 Metern einhalten können. Damit ist der Stadtkanton vorgeprescht, denn in der Nordwestschweiz hat bisher kein Kanton eine so strikte Regelung. Im Baselbiet müssen Sekundarschüler auf dem Schulareal zwar eine Maske anhaben, bis sie auf ihrem Sitzplatz sind. Danach können sie sie meist abziehen.

«Bisher schätzt der kantonsärztliche Dienst die Lage so ein, dass eine Maskenpflicht für Sekundarschülerinnen und -schüler während des Unterrichts nicht angezeigt ist», schreibt die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD). Das könnte sich aber am Montag ändern. Dann tagt wie jede Woche die Taskforce Corona der BKSD. Roger von Wartburg, Präsident des kantonalen Lehrerverbands und Teil der Taskforce, rechnet damit, dass eine generelle Maskenpflicht an Schulen dann zumindest diskutiert wird.

Harte Massnahmen nimmt bald niemand mehr ernst

«Ob sie als nötig empfunden wird, hängt wohl von individuellen Gegebenheiten wie Raum- und Klassengrössen sowie dem Mobiliar ab», sagt er. «Diese Rahmenbedingungen sind verschieden.» Seitens der Lehrerschaft hört er Unterschiedliches. Manche hofften, dass man lokal von Schule zu Schule gute Lösungen finde. Insbesondere wolle man nicht, dass jüngere Schüler den ganzen Tag eine Masken tragen müssen. «Andere fordern angesichts der explodierenden Zahlen strikte Regeln.»

Für unbestimmte Zeit eine harte Massnahme anzuordnen, könnte aber auch kontraproduktiv wirken, weil man auf die Dauer den Ernst der Lage vergessen könnte. Davor warnt Ernst Schürch, Präsident der Amtlichen Kantonalkonferenz der Lehrerinnen und Lehrer des Kantons Basel-Landschaft. Er beobachtete zum Beispiel im Frühling, dass seine Schüler anfangs die Hände drei Mal täglich gründlich wuschen. «Nach einigen Wochen musste ich darauf bestehen, dass sie sich nicht einfach nur die Hände etwas nass machten.» Deshalb plädiert er jetzt eher für angepasste Massnahmen, etwa eine zeitlich beschränkte Maskenpflicht an einer Schule, nachdem dort ein Corona-Fall aufgetreten ist.

Und es ist nicht so, dass im Unterricht derzeit gar keine Vorsichtsregeln gelten. Schulleitungen haben den lokalen Gegebenheiten angepasste Schutzkonzepte erstellt. So kann im Werkunterricht eine generelle Maskenpflicht gelten, oder in manchen Räumen ab einer gewissen Anzahl Personen.

Oberstes Ziel: keinen Fernunterricht einführen

«Ich persönlich ziehe meine Maske ab, wenn ich vor der Klasse rede, und wieder an, wenn ich einzelnen Schülern etwas erkläre», sagt Schürch. Damit befolgt er die Regel, dass der Abstand Lehrer-Schüler ohne Maske nicht weniger als 1,5 Meter betragen sollte. Und wenn im Baselbiet wie in Basel eine pauschale Maskenpflicht eingeführt wird? «Das wäre kein Problem», ist Schürch überzeugt. «Es würden sich alle daran halten.» Schliesslich wollten alle mithelfen, das oberste Ziel zu erreichen: Ohne Fernunterricht wie im Frühling auszukommen.

Das betont auch die BKSD: «Alle Massnahmen, welche bisher ergriffen wurden – und allfällig noch getroffen werden – zielen darauf ab, dies zu ermöglichen, ohne den Gesundheitsschutz von Schülern sowie Lehrpersonen zu vernachlässigen.»

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