Basler Spitäler

Liestal ist Benchmark: Bruderholzspital verzichtet auf ISO-Zertifizierung

Das Bruderholzspital verzichtet künftig auf eine ISO-Zertifizierung. Denn unter Konzernchef Heinz Schneider gilt allein, was sich zuvor in Liestal bewährte.

Die drei Spitäler in Liestal, auf dem Bruderholz und in Laufen rücken immer näher zusammen. Gemeinsame Dienste werden in Liestal zusammengezogen, dort, wo Heinz Schneider herrscht. Schneider war seit 1996 Spitaldirektor in Liestal und ist seit Oktober 2011 Konzernchef des vereinten Kantonsspitals Baselland.

Liestal ist sein Benchmark geblieben, auch beim Qualitätsmanagement. Und da Liestal mit Ausnahme der Kantonsapotheke nicht ISO 9001 zertifiziert war, wird dieses Gütesiegel künftig auch im Kantonsspital Bruderholz nicht mehr gepflegt. In einer internen Mitteilung «KSB Flash» heisst es, im Zuge der «Vereinheitlichung der Qualitätspolitik» werde auf eine Rezertifizierung der ISO 9001 zertifizierten Bereiche verzichtet. Der Bereich Qualitätsmanagement wird zudem umbenannt in Qualitäts- und Projektmanagement. Qualitätsmanagement werde jedoch weiter praktiziert mit dem Ziel nach «mehr Effektivität (...) und Effizienz», der «Bewirtschaftung erkannter Risiken» sowie eines «dokumentierten Fehlermanagements».

Unterschrieben ist die Mitteilung von Henri A. Schmid, seit vergangenem September interimistischer Geschäftsführer des Bruderholz-Spitals. Schneider hatte Schmid kurzfristig engagiert, nachdem er sich mit dem Segen des Verwaltungsrats vom bisherigen Geschäftsführer und Antipoden André Hug getrennt hatte. Schmid wurde mit einem Zehnmonatsvertrag ausgestattet – mit der Option auf Verlängerung, wie Schneider damals gegenüber dem «Sonntag» erläuterte. Doch Schmid verzichtet offenkundig darauf; die Stelle ist nun ausgeschrieben.

Keine Lust auf längerfristiges Engagement

Innerhalb des Bruderholzspitals ist die Rede davon, dass Schmid als Geschäftsführer des grössten Spitals in Baselland kaum Handlungsspielraum habe und deshalb keine Lust auf ein längerfristiges Engagement verspüre. Schmid selbst wollte auf Anfrage des «Sonntags» dazu nicht Stellung nehmen und verwies an Heinz Schneider. Dessen Pressesprecher Urs-Peter Modespacher wiederum verweist auf die Medienmitteilung von Ende August 2012, in der Schmid von Anfang an als interimistischer Spitalleiter vorgestellt worden sei.

Der doppelte Führungswechsel fällt in die Phase, in der für das Bruderholz nicht nur die bisher abstrakte Strategie ausformuliert, sondern auch die dringende Sanierung der Gebäude realisiert werden müsste. Teile wie das ehemalige Kinderspital stehen mittlerweile seit zwei Jahren leer, ohne dass dafür eine konkrete Weiterverwendung beschlossen worden wäre. Baustellen sind auch die Personalhäuser, in denen das Schwimmbad auch aufgrund baulicher Schäden geschlossen werden musste, wie Nutzer berichten.

Der «Sonntag» wollte wissen, welcher Zeitplan für die Strategie-Festsetzung gelte und welcher Betrag für Sanierungsarbeiten im laufenden Budget 2013 reserviert sei. Modespacher sagt: «Kein Kommentar.» Man werde dann kommunizieren, wenn man es selbst für richtig erachte. – Eine Strategie, mit der er in Liestal bisher gut gefahren ist.

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