Noch ist der 22. Mai weit weg, trotzdem machen sich eingefleischte Liestaler Banntägler jetzt schon Sorgen. Denn der diesjährige Banntag wird nicht sein wie immer. Grund dafür ist die Rathausstrasse, wo die rund 1000 Banntagsteilnehmer jeweils um acht Uhr morgens im dichten Pulverdampf starten. Und diese Rathausstrasse wird heuer inklusive Unterbau und Leitungen grundlegend saniert und erneuert; die Arbeiten starten unmittelbar nach der Fasnacht und dauern bis in den Spätherbst hinein. Damit sind wir bei den Sorgen der eingefleischten Banntägler, die da heissen: Wo starten wir? Wo schiessen wir?

Nun, eine abschliessende Antwort gibt es noch keine, denn die Beteiligten von der federführenden Bürgergemeinde über die Einwohnergemeinde bis hin zu den vier Rottenchefs treffen sich nächste Woche zu einer ersten Sitzung. Daniel Wenk, Leiter der Bürgergemeinde, beruhigt mal grundsätzlich: «Der Banntag findet auf jeden Fall statt.» Stadtrat Franz Kaufmann, selber regelmässiger Banntagsteilnehmer, geht ein bisschen mehr ins Detail: «Das ganze Ritual mit Einstehen, Schiessen und Abmarschieren wird voraussichtlich sein wie immer.» Doch wo eingestanden wird, da gehen die Erwartungen derzeit auseinander.

Start in Allee wäre «Handstand»

Kaufmann sagt: «Das ist im Moment völlig offen und tricky, weil wir am unteren Ende der Rathausstrasse auf Höhe Amtshaus-Regierungsgebäude mit den Arbeiten beginnen.» Der für den Banntag zuständige Bürgerrat Hans Rudolf Schafroth, der nächste Woche die vorbereitende Sitzung leiten wird, geht ein Schrittchen weiter: «Wir wollen im Stedtli starten. Aber das können wir wegen der Bauarbeiten wohl nicht an der Rathausstrasse.»

Dezidierter tönt es seitens von Nils Henn, Chef der ersten Rotte: «Wenn es irgendwie möglich ist, marschieren wir wie immer von der Rathausstrasse los. Der Zustand des Bodens spielt für uns keine Rolle, wir haben gute Schuhe an. Vielleicht müssen wir uns wegen der Platzverhältnisse auch etwas zusammenstauchen, das nehmen wir in Kauf.» Die Seitengassen, das heisst der Fischmarkt und die Kanonengasse, seien zu eng und ein Start in der Allee wäre ein «Handstand», weil dazu unter anderem die Parkplätze aufgehoben werden müssten. Henn betont: «Wir weichen grundsätzlich immer nur vom normalen Banntagablauf ab, wenn es gar nicht anders geht.» Diese Haltung sei unter den vier Rottenchefs unbestritten.

Klar ist für alle Beteiligten, dass ab Höhe der bz der Banntag seinen normalen Verlauf nimmt. Dies zumindest bis zur Fahnenabgabe am späten Nachmittag. Dann werden zwei Rotten jenen im Moment noch vagen Weg zurück ins Stedtli nehmen, auf dem sie dieses am Morgen verlassen haben. Bei den andern beiden Rotten, die von der Burg her einmarschieren, sind die Protagonisten zuversichtlich, dass eine Rückkehr durchs Törli möglich ist.

Die Banntägler sind nicht alleine mit ihrem Problem: Auch der TV Liestal muss eine Lösung für den Stedtlilauf Ende August finden, bei dem in normalen Jahren Start und Zieleinlauf an der Rathausstrasse sind. Und die Organisatoren des Landratspräsidentenfestes müssen Ende Juni Kreativität beweisen, wie die voraussichtlich neue Präsidentin Elisabeth Augstburger aus Liestal um die Baugruben gelotst werden kann.