Schritt für Schritt wird das Liestaler Sport- und Volksbad Gitterli saniert. Während in den letzten beiden Jahren vor allem die – erfolgreiche – finanzielle Sanierung im Vordergrund stand, folgen jetzt die grossen baulichen Brocken. Mit dem grössten wurde am Montag begonnen, weshalb das Hallenbad für die nächsten acht Wochen bis zum 19. August geschlossen bleibt. Dieser Sanierungsteil ist mit Kosten von 1,6 Millionen der teuerste und laut dem zuständigen Architekten Andreas Scherer eine eigentliche «Materialschlacht».

Dabei sollen die Gebäudehülle, das heisst Fassade und Fenster, in Stand gesetzt sowie eine neue, die Akustik verbessernde Holzdecke im Badinnern eingebaut werden. Als Zückerchen für die jüngeren Badegäste soll nach der Wiedereröffnung im August auch noch die Riesenrutschbahn mit Lichtbändern und Touchpanels aufgewertet werden.

Das Badebecken selbst kommt dann im nächsten Jahr an die Reihe, unter anderem mit einem optimierten Wassereinlass-System. Zum neuen Gesamtbild, das den Badegast erwartet, meint Scherer: «Wir wollen mit einem optisch aufgeräumten Bad mehr Gastlichkeit als heute erreichen.» In einer letzten Etappe im Jahr 2020 wird die Haus- und Badewassertechnik auf den neusten Stand gebracht.

Badetourismus aus Deutschland

Zusammen mit den Sofortmassnahmen vom letzten Jahr in den Bereichen Lüftung, Sicherheit und Brandschutz soll die Sanierung insgesamt maximal 4,5 Millionen Franken kosten. Verwaltungsratspräsident Bruno Imsand ist optimistisch: «Wir sind guter Hoffnung, dass dieses Geld reicht.» Und Imsand ist auch optimistisch, dass das Liestaler Gitterli-Bad nicht zuletzt dank den Aufwertungen seinen Spitzenplatz unter den Baselbieter Bädern mit jährlich 250'000 Eintritten – 190'000 im Hallenbad, 60'000 im Gartenbad – auch in Zukunft halten kann.

Untersuchungen hätten gezeigt, dass ein Viertel davon aus Liestal, ein weiterer Viertel aus den umliegenden Orten inklusive der beiden Frenkentäler und der Rest aus weiter entfernt liegenden Regionen bis nach Deutschland kämen. So liessen katholische Feiertage ausserhalb des Baselbiets die Besucherzahlen regelmässig anschwellen, sagte Imsand. Er rechnet denn auch nicht mit einem Rückgang, wenn das neue Hallenbad Gelterkinden im Herbst in Betrieb geht.

Während der nächsten Wochen, da das Hallenbad geschlossen ist, kämpft das Gitterli-Bad aktiv um seine Gäste. So reduziert es seine Eintrittspreise, für Erwachsene zum Beispiel von acht auf sechs Franken, und öffnet das Gartenbad für Frühschwimmer eine Stunde früher, das heisst bereits um sieben statt acht Uhr. In diesem Zusammenhang verwies Imsand nicht ohne Stolz darauf, dass das Liestaler Hallenbad mit seinem werktäglichen Betrieb von sechs Uhr morgens bis neun Uhr abends das Bad mit den längsten Öffnungszeiten in der Schweiz sei. Und zweimal wöchentlich öffne es sogar für die Triathleten schon um Viertel nach fünf am Morgen.

Das Liestaler Hallenbad hat 44 Jahre auf dem Buckel. Mit der jetzigen «grosszyklischen Sanierung» winke dem Bad eine weitere Lebenszeit von 30 bis 40 Jahren, frohlockte Architekt Scherer. Möglich macht das nicht zuletzt die Bürgergemeinde Liestal, die mit einem Beitrag von 1,37 Millionen Franken die aktuelle Sanierung der Gebäudehülle fast im Alleingang sponsert. Am 9. September verneigt sich der Verwaltungsrat der Sport- und Volksbad Gitterli AG deshalb mit einem Gratiseintrittstag vor diesem Geldgeber.