Guggenheim-Open-Air

Liestaler Open-Air-Macher stehen mit Rücken zur Wand

Geschäftsführer Eric Rütsche versteht nicht, wieso dieses Jahr zu wenig Geld für den Anlass des Guggenheim-Kulturhotels zusammengekommen ist. (Archiv)

Geschäftsführer Eric Rütsche versteht nicht, wieso dieses Jahr zu wenig Geld für den Anlass des Guggenheim-Kulturhotels zusammengekommen ist. (Archiv)

Letztes Jahr finanzierten die Fans das Liestaler Guggenheim-Open-Air mit. In diesem Jahr ist erst ein Viertel des benötigten Geldes per Crowdfunding zusammengekommen.

«Ich bin ratlos», sagt Eric Rütsche. Der Geschäftsleiter des Kulturhotels Guggenheim in Liestal findet keine schlüssige Erklärung dafür, wieso so kurz vor dem Ablauf seiner Crowdfunding-Kampagne erst ein Viertel des benötigten Geldes zusammengekommen ist. Bis Sonntag müssten es noch 6000 Franken mehr werden, damit die Mietkosten für die Bühne, Anlage, Licht, Absperrung und Bewilligungen für das Guggenheim-Open-Air auf dem Wasserturmplatz zusammenkommen.

Erstaunt ist Rütsche vor allem deshalb, weil das Crowdfunding-Angebot im vergangenen Jahr noch «wie warme Weggli über den Tresen ging», wie der Musiklehrer erzählt. 25 Tage hätte es gedauert, bis sie die Finanzierung zusammenhatten. Dieses Jahr hätten sein Team und er alles gleich gemacht, die Werbetrommel sogar noch etwas kräftiger gerührt. «Allerdings war die Crowdfunding-Plattform der Basellandschaftlichen Kantonalbank letztes Jahr noch neu und bekam wohl etwas mehr Aufmerksamkeit – und damit auch unser Aufruf», vermutet Rütsche.

Der «Guggenheim»-Geschäftsführer hofft weiter, dass sich noch Unterstützer finden. Aber selbst wenn das Geld nicht rechtzeitig zusammenkommt: Das Open Air wird stattfinden. Das «Guggenheim» würde den Fehlbetrag decken. «Wir können nicht mehr zurück», sagt Rütsche. Das Festival beginnt bereits am 20. Mai, der Vorverkauf läuft längst. Deshalb lasse sich zum Beispiel auch nicht als Ausgleich an den Ticketpreisen von 30 Franken schrauben. «Allenfalls müssen wir wegen der diesjährigen Erfahrungen aber im nächsten Jahr Anpassungen vornehmen.» Darüber mache man sich nach dem diesjährigen Open Air Gedanken.

Liestal kennt keine Überdosis

Zwei Wochen nach dem Guggenheim-Open-Air erwartet Liestal mit dem Liestal Air bereits das nächste Freiluftfestival. Ist die Festival-Überdosis der Grund für die Probleme beim Crowdfunding? «Nein», sagt Rütsche dezidiert. «Liestal haftet der Ruf an, dass hier nichts läuft. Es wird sehr geschätzt, dass wir dies ändern. Zwei Open Airs sind den Liestalern nicht zu viel.» Auch dass die Belohnungen für manche zu teuer sein könnten, habe man im Team als Grund für die ausbleibenden Crowdfunding-Beiträge besprochen. Der tiefste beträgt 100 Franken, dafür gibts freien Eintritt an eines der Open-Air-Konzerte und ein weiteres im Guggenheim. «Aber unsere Kunden sind mehrheitlich über 30, da sind 100 Franken keine so hohe Hürde.»

Das Guggenheim-Open-Air kombiniert Musikschüler und etablierte Acts. Am Nachmittag treten jeweils Musikschulbands auf, am Abend die «Grossen». Dies sind am Freitag, 20. Mai, die Tafs, am Samstag, 21. Mai, Famara und am Sonntag, 22. Mai, Filet of Soul.

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