Mister Gay

Liestaler Pfleger will Mister Gay werden

Yannick Müller will schönster Schwuler der Schweiz werden.

Yannick Müller will schönster Schwuler der Schweiz werden.

Sein Coming-out hatte er vor rund drei Jahren und nun will der 21-jährige Yannick Müller aus Liestal schönster Schwuler der Schweiz werden.

Mit T-Shirts will Yannick Müller ab sofort auf sich aufmerksam machen. Bisher hatte er nicht gross Zeit, auf Stimmenfang zu gehen. Seine Arbeit erlaubte es nicht. Er macht die zweijährige Ausbildung zum Fachmann Gesundheit am Kantonsspital Liestal - und will am 12. März Mr Gay Switzerland werden.

«Ich habe so etwas einfach einmal miterleben wollen, deshalb mache ich mit», sagt der 21-Jährige. Und er will natürlich gewinnen. Dabei sieht er seine neun Mitstreiter nicht wirklich als Konkurrenten an. «Wir haben es gut und lustig zusammen», betont er mehr als einmal und meint: «Ich freue mich auf den Moment der Krönung, wer immer dann gewinnt.»
Sollte er es sein, sind Tränen programmiert. «Ich bin sehr emotional», bekennt er. «Beim Start der Club-Tour am letzten Samstag, wo wir uns als Kandidaten präsentieren, bin ich heim und habe Freudentränen vergossen.» Das Ganze macht ihm enorm Spass.

«Homosexuelle sind nicht anders»

Weil er so offen ist, sieht er für sich gute Chancen, gewählt zu werden. «Ich zeige mich, wie ich bin und dass ich nicht anders bin.» Diese Botschaft möchte er auch weitergeben können: Homosexuelle sind nicht anders. Es ist ihm ein grosses Anliegen, die Akzeptanz der Schwulen zu fördern und Vorurteile, «die es leider immer noch gibt», zu bekämpfen. Gerade in der Region Basel habe man es etwas schwerer als etwa in Zürich. Und auch auf die HIV-Thematik möchte er aufmerksam machen.

Er selber ist sehr akzeptiert. Er habe mehrere Coming-outs gehabt, meint er lachend. Das richtige aber mit 18. Bis dahin sei er sich nicht im Klaren gewesen, was er sei. Es brauche Zeit, bis man dazu stehen könne. «Man braucht Stärke.» Nach dem Coming-out hat er sich «so frei gefühlt» - und seine wahren Freunde erkannt. Die Familie habe es gut aufgenommen, es werde von ihr aber nicht thematisiert. Er weiss jedoch, dass ein Partner herzlich willkommen sein wird.

Müller ist momentan Single. Sein Partner müsste ebenso offen wie er sein, so spontan, sozial und genau so gerne reden. «Ich bin allerdings manchmal zu impulsiv, ich brauche jemanden, der mich dann wieder runterholt.» Er schmunzelt und fügt an: «Ich sage immer: Ich habe nicht nur eine Ecke ab, sondern eine ganze Wand draussen.» Sein Humor kommt im Gespräch immer wieder zum Vorschein.

Trendig und chic

Ein Partner müsste auch gleich viel Wert auf gepflegtes Aussehen legen. In Sachen Kleidung mag es Müller chic und trendig, geht aber seinen eigenen Weg und bezeichnet seinen Stil als sportlich-elegant. Details sind ihm wichtig, bis hin zur Hornbrille und den Augenbrauen.

Dafür herrscht in der Wohnung im Spitalpersonalhaus Chaos. Doch er finde immer alles, unterstreicht Müller. Es ist seine erste Wohnung und er äussert sich ganz begeistert von «diesem unbeschreiblichen Gefühl der Freiheit». Er habe aber zwei Wochen gebraucht, um sich daran zu gewöhnen. Seither fühlt er sich erwachsener.

Die Arbeit im Spital sei die richtige für ihn, erklärt er. Er könne Menschen helfen, sie unterstützen in einer schweren Zeit. Zudem trage er grosse Verantwortung. «Ich habe Aufgaben, die wichtig sind und die einen hohen Einsatz verlangen. Das fordert, aber befriedigt mich.»

Zum Ausgleich, zum «Auspowern» geht er im Wald spazieren oder joggen. «Da kann ich gut den Kopf lüften.» Oder er verabredet sich mit Freunden auf einen Drink oder ins Kino. Er mag Komödien und Horrorfilme. «In letzter Zeit waren es immer blutige Streifen», meint er. Shoppen gehört ebenfalls zu seinen Hobbys. Seit er alleine wohne, sehe er so viele Kleinigkeiten, die er brauchen könne.

Erstmal braucht Müller nun aber Stimmen. Möglichst viele Stimmen. Er hofft auf zahlreiche aus der Region (SMS: MrGay21 an 9234) und dankt jetzt schon allen, die ihn und seine Anliegen unterstützen.

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