Basellandschaftliche Kantonalbank

Logo-Streit um BLKB: Verband geht auf Baselbieter Kantonalbank los

Wie hier in Reinach ersetzte die BLKB kürzlich ihr altes Emblem – das neue Logo gefällt nicht allen.

Wie hier in Reinach ersetzte die BLKB kürzlich ihr altes Emblem – das neue Logo gefällt nicht allen.

Das neue «Sprechblasen»-Design gehe zu weit, sagt der Kantonalbanken-Dachverband. Die BLKB hält daran fest.

Bei der grossen Kantonalbanken-Familie ist die Stimmung angespannt. Grund ist das Kantonalbanken-Emblem. Aus Sicht des Dachverbands der Kantonalbanken haben etliche angeschlossene Bankinstitute zu stark am vorgegebenen Design herumgespielt – im Fall der BLKB geht der Verband jetzt sogar juristisch gegen das neue Baselbieter Banken-Logo vor.
Die Basellandschaftliche Kantonalbank präsentierte am 9. September ihren neuen Auftritt.

Schon im Juni hatte die Bank mit Staatsgarantie das Logo als Marke beim Institut für Geistiges Eigentum in Bern schützen lassen; zusammen mit einer Version, die das Logo mit dem Schriftzug «Was morgen zählt» kombiniert. Doch mittlerweile sind beide Einträge wieder gelöscht worden: «Auf Begehren des Markeninhabers/in», wie im Markenregister vermerkt ist.
BLKB-Mediensprecherin Monika Dunant sagt auf Anfrage, man habe die Löschung mit dem Verband der Kantonalbanken vereinbart. «Die BLKB und der Verband stehen bezüglich des Markenauftritts miteinander im Gespräch.»

Dies ist das neue BLKB-Logo.

Dies ist das neue BLKB-Logo.

Verband: «Müssen Dachmarke schützen»

Ganz freiwillig erfolgte die Löschung jedoch nicht. Der Verband Schweizerischer Kantonalbanken mit Sitz in Basel legte bereits Ende August formalen Widerspruch gegen den Markeneintrag ein (bz berichtete). Verbandssprecher Christian Leugger wurde in der «Handelszeitung« zitiert, die Marke widerspreche «leider unserem Markenreglement und den verbandsinternen Richtlinien zur Ausgestaltung der Marke».

Auf Anfrage der bz ergänzt Leugger, der Verband als Markeninhaber sehe es als seine Aufgabe an, «zum Schutz der starken Dachmarke gegen Markenrechtsverletzungen vorzugehen». Das sei wichtig, um die Wahrnehmung und hohe Bekanntheit des Signets zu erhalten. Man stehe «nach wie vor mit der BLKB im Austausch, um hinsichtlich der Verwendung der Marke eine Lösung zu definieren, die den Anliegen beider Parteien Rechnung trägt». Zum Stand der Gespräche schweigen sich Verband wie BLKB aus.

Einfärbungen des Logos lässt der Verband zu. Was ihm jedoch missfiel: Die BLKB funktionierte den Rahmen, der das «K» umgibt, zu einer Sprechblase um (siehe Abbildung links). Zudem verwendet die Bank im Geschäftsverkehr nur noch die Abkürzung «BLKB», aber nicht mehr den Schriftzug «Kantonalbank». Insgesamt kostet das Rebranding laut BLKB rund 1,8 Millionen Franken.

Was die BLKB-Verantwortlichen irritiert haben dürfte: Etliche Schwesterinstitute halten sich ebenso wenig an die Richtlinien, wurden jedoch offensichtlich nicht behelligt. Die Walliser KB baute Sternchen ein, die Freiburger KB weichte den Rahmen auf, die Banque Cantonale Neuchâteloise verdoppelte das «K», die Berner Kantonalbank blähte es auf. Auch sind immer mehr Abkürzungen zu sehen.

Kantonalbanken jagen sich gegenseitig Kunden ab

Die Ursache der Design-Spielereien dürfte in der Digitalisierung und der zunehmenden Mobilität der Kunden liegen. Bislang kamen sich die Kantonalbanken kaum ins Gehege. Im virtuellen Raum ist das jedoch kaum zu vermeiden. Individualisierte Logos sollen Verwechslungen vorbeugen. Auch Kantonsgrenzen werden überschritten. Die BLKB etwa wagt sich an den Barfüsserplatz vor: Mitten in Basel entsteht eine neue Stadtfiliale.

Verbandssprecher Christian Leugger schreibt, in einzelnen Fällen hätten grössere Abwandlungen des Signets bereits bei der Einführung des aktuellen Markenreglements bestanden. «Wir gehen davon aus, dass die entsprechenden Banken bei künftigen Veränderungen konvergierende Lösungen suchen und das Reglement berücksichtigen.

Mit der Löschung des Markeneintrags ist die BLKB markenrechtlich nicht mehr belangbar. Der Verband könnte jedoch den zivilrechtlichen Weg beschreiten. Kommt kein Vergleich zustande, müsste ein Gericht entscheiden, ob das neue BLKB-Logo noch im Toleranzbereich liegt – oder ob die Bank doch etwas zu stark mit der Vorlage herumgespielt hat.

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