Ruine Pfeffingen

Luftiger Arbeitsort: Burg-Gerüst wird zur Besucherattraktion

Die Besucher dürfen am Samstag auf den ehemaligen Wohnturm steigen.

Die Besucher dürfen am Samstag auf den ehemaligen Wohnturm steigen.

Einen Arbeitsplatz in luftiger Höhe haben derzeit die Handwerker bei der Sicherung der Burgruine Pfeffingen im Birseck. Die Arbeiten am Sieben-Millionen-Vorhaben sind seit Frühjahr in vollem Gange.. Die Ruine ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung und nach der Homburg die zweite, die der Kanton Baselland saniert.

Wo Baugerüste stehen hat es meist ein Schild «Betreten verboten». Seit einem Jahr wird die Ruine Pfeffingen saniert und ist, ausser einem kleinen Teil, für Besucher gesperrt. Am Samstag öffnet der Kanton die Baustelle für das interessierte Publikum. Wer will und schwindelfrei ist, kann über das Gerüst auf den Turm hochsteigen und die Aussicht geniessen.

Wohnturm ist erste Bauetappe

Die Sanierung ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, aber Baselland meint, dass die Leute sehen sollen, für was ihr Geld ausgegeben wird und warum es so lange geht. Circa sechs Jahre wird die Sanierung dauern. Einen etwas genaueren Zeithorizont sei kaum abzuschätzen, sagt Projektleiter Michael Schmaedecke. Die Ruine ist halt kein normales Bauwerk. Und der Sanierungsbedarf tritt erst zutage, wenn die Maurer Stein für Stein angehen. Zudem arbeiten die Handwerker mit Kalkmörtel, der möglichst authentisch ist, wie dazumal um das Jahr 1000.

Der Kalkmörtel ist auch der Grund, weshalb die Arbeiten ab Ende September bereits wieder unterbrochen und im Frühling 2014 wieder aufgenommen werden. Der Mörtel härtet nur langsam aus und verträgt dabei keinen Frost. Der Wohnturm, auf den die Besucher hochklettern können, weist die grössten Schäden auf und ist darum die erste Sanierungsetappe.

Den Handwerkern zuschauen

Die Besucher können am Samstag an Führungen durch die Baustelle teilnehmen. Dabei erfahren sie historisches, dass die Burg im 13. Jahrhundert beispielsweise Sitz der Grafen von Tierstein war. Zudem kann man in die Ruine hinein. Sichere Bereiche sind abgesteckt. Am Samstag wird gearbeitet. Besucher können den Handwerkern über die Schultern schauen. Die Führungen dauern etwa eine Stunde und beginnen um 10, 11, 14 und 15 Uhr. Treffpunkt ist jeweils der Baucontainer. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Schmaedecke sagt, man sei Budgetrahmen und komme zügiger voran als gedacht. Obwohl: Die Sanierung startete erst diesen Mai mit einem Jahr Verspätung. Grund dafür war ein Gerichtsverfahren. Der Kanton hat die Bauarbeiten ausgeschrieben. Die zweitplatzierte Firma hat gegen das sogenannte Submissionsverfahren vor dem Kantonsgericht geklagt. Die fünf Richter sprachen sich 2012 einstimmig gegen die unterlegene Firma aus. Doch der Entscheid kam erst im Spätherbst, sodass die Arbeiten wegen möglichem Frost sowieso erst im Frühling 2013 gestartet werden konnten. Die Sanierung der Ruine Pfeffingen ist Teil eines kantonalen Sanierungskonzeptes für Ruinen. Aus Sicherheitsgründen musste der Kanton die Ruine sperren. Für die Arbeiten in Pfeffingen hat der Landrat 2010 einen Kredit von fast 7 Millionen Franken bewilligt.

Meistgesehen

Artboard 1