Brauereitag

Manches Bier ist wie eine Mahlzeit: Zum elften Mal erkunden die Bierfreunde regionale Kleinbrauereien

Bereits zum elften Mal erkundeten die 42 Bierfreunde die Kleinbrauereien in der Region. Mit fünf Cars ging es für die Interessierten durch das untere, mittlere und obere Baselbiet. Überall haben die engagierten Kleinbrauer eine heimelige Atmosphäre geschaffen.

Wo immer die Bierausflügler zu ihrem fünfteiligen Brauereitag starten, warten sie froh gelaunt auf den Bus, der sie zur ersten Station bringt. Wegen des grossen Interesses haben die Organisatoren zwei Routen zusammengestellt: Die eine führt die Bierfreunde ins untere Baselbiet, die andere durch den mittleren und oberen Kantonsteil. Kurzerhand dem Baselbiet zugeschlagen werden Nuglar, Hofstetten und Himmelried. Das zeigt: Der Brauereitag verwischt Grenzen und bringt Menschen einander näher.

Die Brauer der Kleinbrauereien haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen. Dieser organisiert den Brauereitag, der dieses Jahr bereits zum elften Mal durchgeführt wurde.

Lange Schlangen vor den Zapfhahnen

Ob die fünf Cars mit jeweils 42 Bierfreunden und einigen wenigen Bierfreundinnen in Nuglar anhält oder in Reinach, Himmelried, Tecknau oder Lausen, überall haben die engagierten Kleinbrauer eine heimelige Atmosphäre geschaffen. Mal stehen Festbänke bereit, mal eine Art Pergola oder ein schattenspendendes Zelt. Kaum gibt der Car am Etappenort die Passagiere frei, bilden sich vor den Zapfhähnen Schlangen.

Es hat natürlich nicht nur Bierliebhaber unter den Teilnehmern, sondern auch richtige Kenner des Gebräus. Kundig tauscht man seine Eindrücke aus: «Dieses Bier hat eine gewisse Säure – ganz dezent.» Der Kollege stellt einen Holzgeschmack fest, «ganz speziell».

Und natürlich wird nicht nur getrunken. An jeder Station kredenzen die Gastgeber eine kleine Mahlzeit: Brezeln, Weisswürste, Wildhamburger, Fleischkäse mit Kartoffelsalat. Denn die gut gelaunte Truppe hat ja nicht nur Durst, sondern auch Hunger. Wer will, kann sich an einer kurzen Führung durch die Kleinbrauereien beteiligen oder sich in die Grundzüge des Brauens einführen lassen. Alle Brauer, die am Brauereitag teilnehmen, sind leidenschaftliche Hobbybrauer, die jährlich zwischen 30 und 100 Hektoliter Bier ausstossen. Mit einer Sorte ist deren Ehrgeiz aber längst nicht gestillt: Blond, brünett, amber, schwarz – eine besondere Farbpalette bieten die Biere. Breit sind auch die Geschmacksrichtungen: mild, rauchig, nussig oder zitronig. Es gibt untergäriges und obergäriges Bier. Kurz: Für jeden Geschmack ist etwas da.

Ein älterer Mann nippt an seinem Glas, verzieht kurz den Mund und schaut auf sein Gegenüber und kommentiert: «Dieses Bier ist gar nicht nach meinem Geschmack, es ist zu bitter.» Trotzdem trinkt er das Bier aus, zum einen aus Respekt vor dem Brauer, zum andern wegen der Erkenntnis: Man nimmt an diesem Tag teil, um neue Biere kennen zu lernen. Und nicht immer gilt beim Bier die Weisheit: «Der erste Schluck ist der beste!»

Erstmals als Gast dabei ist Roland Schaub. Der Brauer der Frenkendörfer Kleinbrauerei Roscha-Bier war in früheren Jahren am Brauereitag selber engagiert. Nun, da er ans Aufhören denkt, hat er sich für die kleine «Tour de bière» angemeldet. Er zeigt sich sehr beeindruckt.

Nicht nur trinken, sondern auch austauschen

An den Tischen werden die Biere nicht einfach nur getrunken, man tauscht sich über die Eindrücke aus und vergleicht. Bei einem sehr währschaften Bier sagt ein junger Bierfreund anerkennend: «Mit diesem Bier hast du gleich auch schon gegessen.»

«Ich bin schon zum dritten Mal dabei», sagt Mario, der mit vier Kumpels teilnimmt. Am Anfang sei die Stimmung im Bus noch etwas zurückhaltend, im Lauf des Tages werde es lustig, sagt sein Bierkumpane Henri. Man singe im Bus und bedaure, wenn die letzte Fahrt sie an den Bahnhof führe.

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