Bärschwil

Margrit Nussbaum schätzt ihre Stammgäste, vor allem die älteren

Margrit Nussbaum: «Jede Woche kreiere ich neue Tagesblätter, damit die Stammgäste nicht immer die gleiche Karte sehen.»

Margrit Nussbaum: «Jede Woche kreiere ich neue Tagesblätter, damit die Stammgäste nicht immer die gleiche Karte sehen.»

Die bz war zu Gast bei Margrit Nussbaum, der Pächterin des Restaurants Kreuz in Bärschwil. Die Wirtin bietet in ihrem Lokal gutbürgerliche Speisen an. Eine feste Menükarte hat sie nicht, sie kreiert wöchentlich neue Tagesblätter für ihre Stammkunden.

Was ist speziell an Ihrer Gaststätte?

Margrit Nussbaum: Unsere Stammgäste. Die Leute kommen immer wieder, vor allem viele ältere, angenehme Gäste. Ich finde sehr schön, dass man den Kontakt zu ihnen pflegen kann. Sie kommen vor allem sonntags zum Mittagessen.

Haben Sie viele Stammgäste?

Ja, aus dem Dorf und den umliegenden Gemeinden, eigentlich von überall. Die älteren Stammgäste haben mehr Sitzleder und nehmen sich mehr Zeit.

Wer kommt sonst noch zu Ihnen?

Während des Sommers kehren viele Jurassier bei uns ein, wenn sie sich auf einer Ausfahrt befinden. Auch Wandergruppen kommen zu uns, aber eher im Frühling und Herbst.

Weshalb lohnt sich ein Besuch in Ihrem Restaurant?

Wir haben eine gute, bürgerliche Küche und bieten viel Abwechslung. Wir führen keine feste Menükarte über drei, vier Monate. Jede Woche kreiere ich neue Tagesblätter, damit die Stammgäste nicht immer die gleiche Karte sehen. Bei uns gibt es Leberli, Kutteln, also Sachen aus Grossmutters Küche, weil wir viele ältere Leute zu Gast haben. Diese lieben solche Menüs, kochen sie aber selber nicht mehr.

Bieten Sie eine Besonderheit an?

Vielleicht Kutteln, die bekommt man nicht überall. Hin und wieder machen wir Rösti-Wochen oder bieten regelmässig Buffets an: mit kalten Sachen und Salaten, aber auch mit warmen wie Braten, Geschnetzeltem, Kutteln und entsprechenden Beilagen. Wir machen ebenfalls Dessertbuffets, die auch sehr beliebt sind. Im Frühling stehen Buffets mit Spargeln an, im Herbst solche mit Wild. Ab und zu machen wir Paella-Abende. Sie sehen: Wir bieten für alle etwas.

In welcher Preisklasse bewegen sich Ihre Menüs?

Die Mittagsmenüs zwischen 15 bis 18.50 Franken, die zwei teureren kosten 34 Franken.

Erfüllen Sie auch Spezialwünsche?

Sicher. Wenn jemand etwas Vegetarisches wünscht, richten wir uns danach. Spezielle vegetarische Gerichte führen wir jedoch nicht. Aber auf der Karte haben wir jeweils Menüs ohne Fleisch: Teigwaren, Ricotta-Käse, Rösti, Fisch.

Wie stehts mit Menüs für die Kleinen?

Panierte Schnitzel, Fischstäbchen, Rahmschnitzel. Rösti mit Ei haben sie auch gerne oder eine Portion Pommes frites.

Weshalb sind Sie Gastwirtin geworden?

Durch meinen Partner. Er lernte Koch und arbeitete in Restaurants. Ich hatte zuvor einen Bürojob. 1984 haben wir beide in Laufen begonnen und unser erstes Restaurant geführt. Mir gefällt es im Gastgewerbe.

Warum?

Der Beruf ist vielseitig. Mein Partner und ich wechseln uns immer ab. Manchmal bin ich für die Küche zuständig und er für den Service oder umgekehrt. Aber eine Gaststätte zu führen ist auch hart. Man muss sich im Klaren sein, dass man am Morgen um 8 Uhr mit der Arbeit beginnt und kaum vor Mitternacht ins Bett kommt.

Gibts auch Schattenseiten?

Mit dem Alter werden die langen Abende happig. Die Leute bleiben während der Woche abends jedoch nicht mehr so lange in den Restaurants sitzen. Früher machte es mir nichts aus, wenn ich mich erst gegen 3 Uhr in der Früh zum Schlafen legte.

Lässt sichs gut leben als Gastwirtin?

Wenn wir beide irgendwo angestellt wären, hätten wir bestimmt ein höheres Einkommen. In unserem Beruf muss man Idealist sein. Dafür hat man mehr Freiheiten. Ich weiss nicht, ob ich mich noch unterordnen könnte, wenn ich in einem Betrieb arbeiten würde.
Margrit Nussbaum und Claude Simonet sind seit 2002 Pächter des Restaurants Kreuz in Bärschwil. An Wochenenden beschäftigen sie eine Serviceaushilfe. Das Gasthaus ist von Donnerstag bis Montag geöffnet.
www.kreuz-baerschwil.ch

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