Herr Rüegg, Sie sind SP-Landrat, Teilzeit-Lehrer am Gymnasium Liestal, Präsident zweier Vereine, Sie haben eine Familie. Nun wollen Sie noch Gemeinderat in Gelterkinden werden. Ist Ihnen langweilig?

Martin Rüegg: Überhaupt nicht. Ich hatte schon strengere Zeiten, als ich Präsident der SP Baselland war. Eine solch grosse Belastung suche ich aber nicht mehr. Falls ich als Gemeinderat gewählt würde, werde ich schauen, wie gross die anfallende Arbeit ist. Wenn es mir zu viel wird, reduziere ich irgendwo.

Schon vor vier Jahren strebte die SP einen dritten Sitz im Gemeinderat an. Das Vorhaben scheiterte. Keine Angst, dass es wieder nicht reicht?

Die Ausgangslage ist diesmal eine andere. 2012 bewarben sich von der SP zwei bisherige Gemeinderäte und zwei neue Kandidaten. Das hätte dazu geführt, dass vier SP-Vertreter im Gemeinderat gewesen wären; dann hätten wir eine Mehrheit gehabt. Jetzt geht es darum, von 2:5 auf 3:4 zu verkürzen, um es sportlich auszudrücken.

Sollten Sie in eineinhalb Wochen gewählt werden, was ändert sich dann im Gelterkinder Gemeinderat?

Es käme nochmals eine ziemliche Portion politische Erfahrung in diese Behörde. Mit Gemeindepräsidentin Christine Mangold, Vizepräsident Felix Jehle und Roland Laube sind bereits drei routinierte Mitglieder in der Exekutive. Da könnte ich sicher noch etwas dazu beitragen. Mit dem Hallenbad, den Schulbauten und den geplanten Regionalkonferenzen stehen für Gelterkinden wichtige Themen an. Als langjähriges Mitglied des Landrats und der Bau- und Planungskommission könnte ich hier sicherlich einen wertvollen Beitrag leisten.

Selbst wenn die SP drei Ratsmitglieder stellt, sind die Bürgerlichen immer noch in der Mehrheit. Viel ändern kann sich also gar nicht.

Das wird man sehen. Es kommt auf die Inhalte der Sachgeschäfte an. Letztlich weiss ich ja nicht genau, wie ein Exekutivgremium funktioniert. Ich glaube, in einer Gemeinde spielt die Parteipolitik eine kleinere Rolle. Man versucht eher, den Konsens zu finden, wozu auch ich meinen Anteil beitragen möchte. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Raumplanungs- und verkehrspolitische Fragen oder überkommunale Themen eine andere Nuance bekommen würden. (stz)