Seit der Landeskirchenrat (siehe Glossar) den Vertrag über die Fachstelle Katholisch BL.BS gekündet hat (bz berichtete), hängt bei den Baselbieter Katholiken der Haussegen schief. Daran konnten auch die Sommerferien nichts ändern. Die Emotionen seien immer noch stark, sagt etwa der Aescher Priester Felix Terrier.

Das wird sich wohl auch am Mittwoch an der Pastoralkonferenz zeigen, die Terrier auf Bitte des Vorstands leiten wird. Denn mit der Einladung zur ersten Versammlung der Baselbieter Seelsorgenden seit dem Konflikt mit dem Landeskirchenrat hatte der bisherige Präsident Hanspeter Lichtin gleich die Erklärung seines Rücktritts verschickt. Und auch im übrigen Vorstand sind mittlerweile sieben von zwölf Stellen vakant.

Die Konsequenzen gezogen

«Ich hatte mir mein Engagement für die Pastoral in unserem Kanton bei Amtsantritt vor etwas mehr als einem Jahr anders vorgestellt», schreibt Lichtin in der Einladung zur Konferenz und kündigt eine ausführlichere Erklärung für die Versammlung an. Gegenüber der bz bezeichnet er den Rücktritt als Weiterführung seines Entscheids vom 7. Juni.

Damals war er in den Ausstand getreten, nachdem der Landeskirchenrat eine Erklärung zusammen mit der Regionalleitung verfasst hatte. Darin stand unter anderem der Satz: «Mit Blick auf das Wohl unserer Kirche erwarten wir, dass die öffentlich und intern ausgetragenen Vorwürfe und Unterstellungen beendet werden.»

Als Angestellter der Landeskirche würde ihm somit verunmöglicht, für die Anliegen der Mehrheit der Seelsorgenden im Konflikt mit dem Landeskirchenrat einzustehen. An dieser Situation habe sich nichts geändert. Mehr möchte Lichtin zu seinem Rücktritt vor der morgigen Versammlung nicht sagen.

Konferenz soll sistiert werden

Auch von den übrigen Vorstandsmitgliedern haben viele ihren Rücktritt gegeben. Zu ihnen gehört etwa Elke Kreiselmeyer. «Dass ich zurücktreten muss, wusste ich in dem Moment, als der Landeskirchenratspräsident Ivo Corvini an der letzten Synode sagte, die Pastoralkonferenz solle bei der Erstellung eines neuen Konzepts für die Arbeiten der bisherigen Fachstelle mitwirken», erläutert sie.

«Die Fachstelle hat über Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet, und ich habe mich lange für die Fachstelle eingesetzt. Es braucht nichts Neues, das haben die Seelsorgenden deutlich gesagt.» Der Landeskirchenrat habe mit seinem Verhalten rund um die Vertragskündigung gezeigt, dass er keine Zusammenarbeit mit den Seelsorgenden wünsche.

Dieser Meinung schliesst sich auch Terrier an. «Und wenn wir nicht mit dem Landeskirchenrat zusammenarbeiten können, lässt sich ein wesentlicher Teil unseres Auftrags als Pastoralkonferenz nicht erfüllen», fährt er fort. Deshalb sei der Vorstand zum Schluss gekommen, dass weitere Treffen der Pastoralkonferenz sich zurzeit nicht lohnen. Darum stellt dieser der Versammlung am Mittwoch den Antrag, den Vorstand aufzulösen und die Konferenz bis im Frühjahr zu sistieren. Dann soll auch das neue Konzept über die Weiterführung der Arbeiten fertig sein, welche bisher die Fachstelle ausgeführt hat.

Der Landeskirchenrat hatte betont, bei der Erarbeitung des Konzepts auch die Pastoral einbeziehen zu wollen. Ist es da nicht ungeschickt, die Konferenz zu sistieren, statt sich einzubringen? «Die Pastoralkonferenz wurde bis jetzt noch nicht zur Mitarbeit eingeladen, obwohl die Zeit natürlich drängt, wenn im nächsten Sommer die Arbeit der Fachstelle weitergeführt werden soll», so Terrier.

«So wie der Landeskirchenrat bei der Kündigung des Vertrags vorgegangen ist, müssen wir auch davon ausgehen, dass die Meinung der Seelsorgenden gar nicht gefragt ist. Welche Struktur der Fachstgelle der Seelsorge und den Pfarreien im Kanton Baselland am meisten dient, hatten die Seelsorgenden ja schon früher ausführlich zum Ausdruck gebracht.»

Im Frühling soll neu darüber verhandelt werden, wie es mit der Pastoralkonferenz weitergeht. «Das hat auch den Vorteil, dass sich die Emotionen bis dahin etwas legen können», ist Felix Terrier überzeugt. Eine Auszeit tue jetzt gut. Ausserdem sollen im nächsten Jahr die Dekanate aufgelöst und durch die Pastoralräume ersetzt werden. «Das verlangt sowieso nach einer neuen Struktur auch bei der Pastoralkonferenz.»