Reinach

Max Wagner wird einen Monat vor der Pension ausgeraubt

Juwelier Max Wagner nimmt den Überfall äusserlich gefasst: Geraubt wurde auch eine Breguet im Wert von 68 000 Franken.  N. Nars-Zimmer

Juwelier Max Wagner nimmt den Überfall äusserlich gefasst: Geraubt wurde auch eine Breguet im Wert von 68 000 Franken. N. Nars-Zimmer

Raubüberfall in Reinach. Gestern wurde Juwelier Max Wagner am helllichten Tag ausgeraubt. Bewaffnete Männer stürmten seine Bijoutrie und nahmen knapp 50 Uhren mit. Und dies einen Monat vor Wagners Pension.

Gestern, 11.50 Uhr in der Reinacher Hauptstrasse: Drei dunkel gekleidete und maskierte Männer mit kurzen, dunklen Haaren stürmen in die Bijouterie Wagner. Einer drückt die Verkäuferin mit einer Pistole zu Boden; die anderen zwei schlagen die Vitrinen von innen ein und schaufeln 40 bis 50 Uhren, darunter rund zehn Topmarken, in eine grosse Tasche. Den Schmuck lassen die Räuber liegen. Der Uhrmacher in der rückwärtigen Werkstatt flüchtet aus dem Fenster in die benachbarte Papeterie, wo er die Polizei ruft. Die ist in Kürze da, doch die mindestens drei Täter sind bereits mit einem gestohlenen schwarzen Audi A3 davongebraust.

Bereits der zehnte Überfall

Inhaber Max Wagner schätzt, dass dies bereits der zehnte Überfall auf sein Geschäft ist: «Ich bin nun seit 39 Jahren selbstständig. Ich habe jetzt alles gesehen.» Die ersten vier bis fünf Male seien ihm von Dieben die Schaufenster eingedrückt worden. Aber erst vor wenigen Wochen habe er einen Raub abwehren können, als er dem Täter im Reflex die Pistole aus der Hand schlug, die ihm vor die Nase gehalten worden sei.

Heute Vormittag war Wagner selbst gar nicht in seiner Bijouterie anwesend. Seine Verkäuferin habe den Vorfall aber verhältnismässig gut verkraftet, sagt er. Der Juwelier selbst wirkt gefasst: «Ich habe die seltene Gabe, keine Angst zu haben», sagt er. Und: «Ich staune über mich selbst.»

Am Abend zuvor habe er seiner Mitarbeiterin noch gesagt, sie brauche diese Nacht nicht alles in den Tresor zu räumen. Ausserdem sei die Innenvitrine vor einigen Tagen durch einen Arbeitsunfall zu Bruch gegangen, gerade am Vortag erneuert worden. Zu allem Überfluss geht Wagner auch noch Ende Jahr in Pension und will seinen Laden übergeben. An dieser Stelle im Gespräch gibt Wagner dann doch zu: «Das ist schon oberbitter.»

«Mehrere 100000 Franken»

Den Schaden konnte Wagner gestern Nachmittag noch nicht beziffern. Mit «mehreren 100000 Franken», wie die Polizei sagt, rechnet der Juwelier nicht. Allerdings sei auch eine Breguet Complication im Wert von 68000 Franken entwendet worden. Wagner ist sicher, dass die Räuber Handlanger der Mafia waren. Jede Uhr habe eine individuelle Nummer wie einen Pass, erzählt er: «Aber die Welt ist gross. Wenn die Uhr in Südamerika oder im Lande Putin landet...» Er macht eine wegwischende Handbewegung.

Zwei Fluchtwagen gefunden

Ob die Uhren bereits im «Lande Putin» sind, weiss auch die Polizei nicht. Das Fluchtauto wurde noch innert einer Stunde auf einem Parkplatz im Bereich Bruggstrasse/Hinterkirchweg in Reinach gefunden. Dort seien die Täter in einen silbernen VW Passat Kombi (beide Autos mit BS-Kennzeichen) umgestiegen, der wiederum an der Zürcherstrasse in Basel verlassen gefunden wurde.

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