Seit zwei Jahren sammeln Hans Kleiber und Blandine Maleko Spenden für ihre Nähschule in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa. Im Juni ist es nun soweit: Der Container mit den Sachspenden wird in den Kongo verschifft. Ein Teil der Spenden soll direkt an die Schule gehen. «Die restlichen Sachen verkauft meine Frau vor Ort, um mit dem eingenommenen Geld die Schule zu sanieren», berichtet Kleiber. Doch bevor der Container am kommenden Montag abgeholt wird, will das Ehepaar noch weitere Gegenstände zusammentragen. Bis Sonntag können gebrauchte Waren wie beispielsweise Nähmaschinen bei den beiden in Biel-Benken vorbeigebracht werden.

Die Idee, eine Nähschule in Kinshasa auf die Beine zu stellen, hatte Blandine Maleko. Die Kongolesin bekam mit 16 Jahren ihr erstes Kind und hatte das Glück, Schneiderin zu werden. «Auf diese Weise konnte sich meine Frau gut durchschlagen», fügt Kleiber hinzu. Damit auch andere Frauen die Chance erhalten, einer Arbeit nachgehen zu können und so ihr Einkommen zu sichern, wurde im Juli 2015 die Schule gegründet. Dort erhalten Frauen die Möglichkeit, eine kostenlose Ausbildung zur Schneiderin zu absolvieren. Der 61-Jährige erzählt: «Nach erfolgreichem Abschluss schenken wir den Frauen eine Nähmaschine. So können sie selbstständig arbeiten.»

Um sicher gehen zu können, dass die gesammelten Spenden auch an die Schule gehen beziehungsweise richtig verkauft werden, wird Maleko in den Kongo fliegen und zwei Monate vor Ort bleiben.

Auf Hilfe angewiesen

Nicht zum ersten Mal initiieren Kleiber und Maleko eine derartige Spendenaktion. «Die erste machten wir, um die Schule überhaupt aufbauen zu können», erklärt Kleiber. Damals wurden vor allem Nähmaschinen und Inventar für die Schule in den Kongo gebracht. Aufgrund der gemachten Erfahrungen und der Tatsache, dass Maleko selbst aus Kinshasa kommt, wissen die beiden genau, welche Sachen sich im Kongo gut veräussern lassen. «Gebrauchte Pfannen und Geschirr sind beispielsweise sehr beliebt bei den Leuten», erklärt Kleiber. Aber auch dieses Mal sind weitere Nähmaschinen für die Schule sehr gefragt.

Bis anhin hat das Ehepaar aus Biel-Benken alles selber finanziert und organisiert. Kleiber erzählt: «Meine Frau arbeitet als Putzfrau und investiert beinahe ihr ganzes Geld in die Schule.» Auch der Container, welcher voraussichtlicht am 29. Juni im Hafen von Kinshasa ankommen soll, mussten die beiden aus dem eigenen Sack bezahlen. 

Spendenaktion Utensilien können bis diesen Sonntag an der Bachgasse 4 in Biel-Benken abgegeben werden.