Der Kulturszene in Liestal geht es gut. Immer vielfältiger wird das Angebot, immer reichhaltiger die Konzerte und Veranstaltungen. Ein neues musikalisches Glanzstück hat nun eine Gruppe aus Musikerinnen und Musikern gemeinsam mit dem Betreiber der Kulturscheune Werner Leupin aus dem Boden gestampft: das Musikfestival hear & now. An drei verschiedenen Standorten finden jeweils zwei bis drei Veranstaltungen pro Tag statt.

«Wir haben uns als Team zusammengefunden und beschlossen, dass wir etwas Grosses veranstalten müssen, um richtig guten Jazz nach Liestal zu bringen», sagt Matthias Zimmermann vom Organisationskomitee. Seit dem ersten gemeinsamen Treffen sind inzwischen anderthalb Jahre vergangen. In dieser Zeit hat sich das Team 18 Mal getroffen. Daraus entstanden ist ein vielseitiges und buntes Musikfestival, das Genregrenzen überschreitet und Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Bereichen in Workshops und Konzerten vereint.

Begonnen hat das Festival bereits am Donnerstagabend. Heute Freitagabend lädt das Trio «Weinert-Hülsmann-Weinert» zu einem bunten und lebendigen Konzert in der Kulturscheune ein. «Die Musik des Trios ist so reich an Farben wie eine bunte Blumenwiese im Sonnenschein eines Sommertages», verspricht der Ankündigungstext. Am Freitagnachmittag trifft sich das «Hear we are-Project» zur öffentlichen Probe. Das Publikum kann hier miterleben wie die Musikerinnen und Musiker aus der ganzen Welt ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe zusammenbringen und die verschiedenen Kompositionen zu einer neuen, gemeinsamen Ausdrucksform finden. Am Abend wird das Produkt dieser Probe uraufgeführt.

Kreativ und innovativ geht es am Samstagnachmittag weiter. Der komponierende und improvisierende Musiker Lukas Rohr erfindet fantasievolle Instrumente und spielt damit interessante Konzerte. Seine musikalischen Darbietungen umrahmt er mit kleinen Gedichten und Geschichten über die einzigartigen Instrumente. Am Abend bringt Gasandji eine junge Sängerin aus dem Kongo, den Zuhörerinnen und Zuhörern musikalisch ihre Heimat näher. Sie verbindet traditionelle Klänge mit Soul, Pop, Reggae und Jazz und lässt so das Hier und Jetzt mit den Traditionen ihres Heimatlandes verschmelzen.

Workshops zum Experimentieren

Den Abend ausklingen lässt das Quartett um die bekannte Jazzsängerin Lisette Spinnler. Speziell für diesen Abend wird die Gruppe von dem Posaunisten Michael Flury begleitet. Flury hat bereits bei Sophie Hunger den Bandsound entscheidend mitgeprägt.

Den Sonntag eröffnen Sascha und David Schönhaus vom Bait Jaffa Klezmer Orchestra mit einem Projekt zur Weltmusik. Am Nachmittag geht das Experimentieren im Klanglabor weiter. In einem Workshop mit Thomas Weiss und René Waldhauser können Jugendliche über die gesamten vier Tage lernen, wie ein Klang entsteht und was passiert, wenn ein Objekt ins Wasser gesenkt wird und dort weiter schwingt. Die Ergebnisse werden in einer Performance zusammengeführt und am Sonntagnachmittag präsentiert. Den Abschluss des Konzertes macht das «Kaleidoscope String Quartett». Die vier Musiker verstehen sich eher als Band denn als klassisches Quartett und finden in ihren Songs eine harmonische Vereinigung
aus klassischen Quartettstücken und jazzigen Grooves.

Ob dieses reichhaltige Festival in den nächsten Jahren wiederholt wird, kann Matthias Zimmermann noch nicht sicher sagen. Allerdings ist er guter Hoffnung: «Ich will noch nicht zu viel versprechen. Wir müssen erst sehen wie das Festival ankommt. Uns hat die Arbeit aber auf jeden Fall grosse Freude gemacht», sagt er.