Raumplanung

Mehr Wasser für Aesch? Ein See ist genau das Richtige

So könnte es dereinst in Aesch aussehen – und zwar im neuen See.

So könnte es dereinst in Aesch aussehen – und zwar im neuen See.

Ein See fürs Volk: Warum hat es so lange gedauert, bis auch in der Nordwestschweiz eine Gemeinde auf diese Idee gekommen ist? Noch müssen die Planer für den Aescher See viele Hürden überwinden. Doch die Ausgangslage ist gut, kommentiert bz-Redaktor Benjamin Wieland.

Aesch will einen See. Er soll das dröge Gewerbegebiet im Nordwesten aufwerten. Nörgler werden das Vorhaben als teure Spinnerei abtun. Dabei ist das, was Aesch vorhat, genau das Richtige: Ein Gewässer zieht die Menschen magisch an, wertet die Umgebung auf und kostet – im Vergleich zum Nutzen – fast nichts.

Warum hat es so lange gedauert, bis auch in der Nordwestschweiz eine Gemeinde auf diese Idee gekommen ist? Andernorts setzt man schon lange wieder auf Wasser im urbanen Raum – und wird reich belohnt dafür. Opfikon zum Beispiel. Die Stadt, die längst mit Zürich verschmolzen ist, galt als typischer Ort im Agglobrei: gesichtslos und austauschbar, da viel zu schnell gewachsen. Dieses Image änderte sich 2006. Seither trumpft Opfikon mit eigenem See auf, dem Opfikersee. Es gibt auch Beispiele aus der Region, selbst, wenn sie schon etwas älter sind. Was wäre Münchenstein, das kein richtiges Zentrum besitzt, ohne die Grün 80 mit ihren Bächlein und Teichen?

Noch müssen die Planer für den Aescher See viele Hürden überwinden. Doch die Ausgangslage ist gut. Entgegen früheren Vorhaben stellt sich der Kanton nicht quer. Aesch kann sich wohl bald an einem neuen Gewässer erfreuen. Trotzdem bleibt eine grosse Brache übrig. Baselland hat mehrere Kilometer Rheinufer. Abgesehen vom Birskopf in Birsfelden ist es kaum genutzt. Kein Vergleich zu Basel, wo sich die Bevölkerung den «Bach» längst wieder zu eigen gemacht hat.

Das Potenzial, das brachliegt, ist eigentlich ein Skandal. Er sollte rasch aus der Welt geschafft werden.

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