Gemeindewahlen 2020

Mirjam Würth versucht es nochmals in Frenkendorf: Ihre Konkurrenz besteht aus Bisherigen

Auch die 59-jährige SP-Landrätin Mirjam Würth will in die Exekutive.

Auch die 59-jährige SP-Landrätin Mirjam Würth will in die Exekutive.

Das wird ein äusserst schwieriges Unterfangen. Alle sieben amtierenden Gemeinderatsmitglieder von Frenkendorf stellen sich am 9. Februar der Wiederwahl. Als Neue will auch die 59-jährige SP-Landrätin Mirjam Würth in die Exekutive. Diese setzt sich derzeit aus drei SVP-Vertretern sowie je zwei Mitgliedern der FDP und SP zusammen.

Würth beurteilt ihre Chancen, gewählt zu werden, als «intakt». «Ich wäre pessimistisch, wenn ich sagen würde, sie seien kleiner als 50 Prozent», meint sie selbstbewusst. Primär im Visier hat Mirjam Würth einen Sitz der SVP. Diese Partei sei mit bloss 17 Prozent Wähleranteil in Frenkendorf mit drei Gemeinderäten klar übervertreten. Die SP weise 37 Prozent auf. «Deshalb beansprucht die SP einen dritten Sitz», betont die promovierte Biologin.

Konkurrenz erhält sie von Patrick Wolfgang. Der Grünliberale bewirbt sich ebenfalls als Neuer. Er dürfte Würth eher Stimmen kosten als eine bürgerliche Kandidatur. Wolfgang sitzt in der Gemeindekommission. Er trat kürzlich nach dreijähriger Tätigkeit aus dem Vorstand der GLP Baselland zurück, war Gründungs-Co-Präsident der Jungen GLP beider Basel und half mit, die Jungpartei aufzubauen.

Mirjam Würth, die seit zwölf Jahren die SP im Landrat vertritt und bis 2018 Pro Natura Baselland präsidiert hat, hat vor gut fünf Jahren schon einmal versucht, in den Frenkendörfer Gemeinderat einzuziehen. Damals unterlag sie in einer Ersatzwahl der SVP-Kandidatin Danica Rohrbach klar, obwohl die SP-Politikerin eine grössere Bekanntheit hatte. Rohrbach trat auf Ende 2019 zurück und machte in einer stillen Wahl ihrem Parteikollegen Philipp Kerker Platz. Erstaunlicherweise figuriert sie nun aber auf der SVP-Liste für die Gemeindekommission, was bei Würth auf Unverständnis stösst.

Ex-Gemeinderätin rechtfertigt sich

Sie bewerbe sich nun für die Gemeindekommission, weil ihr das Wohl des Dorfes weiterhin am Herzen liege, begründet Danica Rohrbach. «Deshalb möchte ich mich in deutlich kleinerem Umfang gerne weiterengagieren.» Aufgrund ihrer veränderten beruflichen Situation im vergangenen Sommer sei ihre Belastung derart stark angestiegen, dass sie kein ganzes weiteres Jahr sowohl dem Gemeinderatsamt als auch dem Strafrichteramt hätte gerecht werden können, erklärt Rohrbach. Einen sofortigen Rücktritt wollte sie zugunsten einer geordneten Geschäftsübergabe vermeiden.

Zwar ist Mirjam Würth eine langgediente Kantonsparlamentarierin, parteiintern bewarb sie sich auch schon für das Regierungsamt. Aber auf kommunaler Ebene scheint der Funke nicht zu springen, sonst hätte sie schon bei ihrem ersten Versuch in den Gemeinderat gewählt werden müssen, nicht zuletzt wegen des ansehnlichen Wähleranteils der SP in Frenkendorf.

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