Mini Schwiiz, dini Schwiiz

«Mis Baselbiet, dis Baselbiet»: Das Fernsehen richtet seine Scheinwerfer diese Woche auf den Kanton

Felix Mühleisen hat sich etwas Spezielles überlegt: Er liess eigens einen Banntag nachstellen, um bei den Gästen zu punkten.

Fünf Leute aus fünf verschiedenen Baselbieter Gemeinden bringen diese Woche in der Sendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» ihre Dörfer dem Fernsehpublikum näher.

Felix Mühleisen hat zuerst abgesagt, als das Schweizer Fernsehen mit der Bitte, Liestal in «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» vorzustellen, auf ihn zukam. Als dann die Personen, die er an seiner Stelle vorschlug, ebenfalls absagten, hat er es sich nochmals überlegt. «Ich bin ja stadtbekannt», schmunzelt Mühleisen, der sein gleichnamiges Café mit Bäckerei und Konditorei bald fünfzig Jahre betreibt.

Dorthin lud er seine Mitstreiter in der Sendung auch ein, um mit ihnen feinste Spezialitäten zu backen. In der Sendung gehen fünf Kandidaten auf eine Tour durch ihren Heimatort, mit dem Ziel, ihn von der besten Seite zu zeigen. Am Ende des Tages bewerten die Gäste ihr Erlebnis. Aktuell macht das Erfolgsformat Halt im Baselbiet.

Original Mühleisen wäre nicht Mühleisen, wenn er nicht noch einen grossen Knaller auf die Beine gestellt hätte: Er liess eigens einen Banntag nachstellen, um dieses Baselbieter Brauchtum der Restschweiz über den TV näher zu bringen.

«Ein Banntag mit Frauen, das gibt noch ein Fasnachtssujet», freut er sich diebisch über seine gelungene Aktion, an der natürlich auch die beiden Kandidatinnen teilnahmen. «Es war eine tolle Woche, mit tollen Kontakten und wir haben sehr viel gelacht», fasst der Café-Inhaber seine Erfahrungen zusammen.

«In die Tagesschau konnte ich ja nicht»

Felix Keller aus Pfeffingen erinnert sich ebenfalls gerne an die Dreharbeiten. «Die sind flott vorangegangen, obwohl das Wetter nicht gut war.» Wenigstens sei es am Nachmittag besser geworden. Trotzdem war der Wald unter der Ruine Pfeffingen nach dem Regenguss dreckig und matschig.

Doch vielleicht gibt das die authentischeren Bilder von Waldarbeiten, bei denen die Gäste tatkräftig mit anpackten. Keller, der ein sehr fröhlicher Mensch ist und dauernd lacht, klagte gegen Ende der Dreharbeiten über Rückenschmerzen. «Aber für Pfeffingen biss ich auf die Zähne, obwohl ich mich kaum mehr auf den Beinen halten konnte», erklärt er nicht ohne einen Anflug von Stolz.

Der Pfeffinger meldete sich selber bei «SRF» und schlug sich vor. «Ich werde nächstes Jahr 70 und alle zehn Jahre komme ich im Fernsehen», erklärt er seine persönliche Tradition. «Mit 40 war ich im Tell Star bei Bernhard Turnheer, mit 50 bei Sven Epiney in Al Dente und mit 60 bei Nik Hartmann», zählt er auf.

Keller konnte bei ihm den «Club der alten Schachteln» vorstellen, deren Präsident er ist. «Ein Mann und 35 Frauen», lacht er. Somit hat er nun «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» ausgewählt, denn «in die Tagesschau konnte ich ja nicht einfach so», fügt er an.

Stefan Meyer macht am Montag den Auftakt der einwöchigen Sendereihe und zeigt sein Zeglingen. «Ich bin über Instagram angefragt worden», erzählt er, wie er zum Fernsehen kam. «Da habe ich mir gedacht, dass das ein spannendes Abenteuer werden könnte.»

In die Welt der Fernsehproduktion zu sehen, sei faszinierend gewesen. Meyer fühlt sich wohl in Zeglingen. Die Sendung gab ihm Gelegenheit sich mit seinem Wohnort auseinanderzusetzen. «Ich bin in die Geschichte eingetaucht», erklärt er und hat nun mehr Kontakt mit den Leuten im Dorf.

Für ihn zeigte die Woche auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Baselbiet auf. «Wir Baselbieter sind Baselbieter», schmunzelt er und ist überzeugt, dass die Zusammengehörigkeit trotz unterschiedlichen Meinungen überwiegt. «Trotzdem müssen wir noch mehr aufeinander zugehen», ergänzt Mühleisen und lächelt: «Wir sind ein spezielles Völklein, wir Baselbieter.»

Ärger über die Vergabe der Punkte

Neben den drei Herren stellen Gordana Gajic Allschwil und Samina Abt Bubendorf vor. Gajic, die ein eigenes Nagelstudio betreibt, zeigt das Sundgauer Dorf vom Wasserturm aus, bevor die Hundeliebhaberin zu einem Besuch der Blindenhundeschule einlädt.

Abt ist die jüngste in der Runde und lässt die Gäste im Hotel Bad Bubendorf Cocktails selber mixen. Weiter animiert die Studentin an der Pädagogischen Hochschule ihre Mitstreiter zum gemeinsamen Volleyballspiel.

Über die frei zusammengewürfelte Gruppe sagen alle dasselbe: «Tolle Gruppe, sehr sympathische Leute». «Es war alles auf einer freundschaftlichen Ebene», ist Meyer beeindruckt und ergänzt: «Wir haben uns am Schluss über das Punktevergeben genervt!»

Für ihn wäre das gar nicht mehr nötig gewesen. Keller bestätigt und ergänzt: «Uns war völlig Wurst, wer gewinnt.» Wer gewonnen hat, dürfen die Kandidaten noch nicht verraten, schliesslich wird das erst in der letzten Sendung am Freitag aufgelöst.

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