Liestal

Mit Ausdauer und Zielstrebigkeit nach Singapur

Sein Wissen eignete sich der Liestaler Samuel Tschopp vor allem über Biologie-Bücher an. Martin Töngi

Sein Wissen eignete sich der Liestaler Samuel Tschopp vor allem über Biologie-Bücher an. Martin Töngi

Der Liestaler Mittelschüler Samuel Tschopp hat an der Schweizer Bio-Olympiade eine Goldmedaille gewonnen – sie ist für ihn das Ticket für die Internationale Olympiade in Singapur.

Samuel Tschopp ist ein zielstrebiger, noch etwas scheuer, junger Mann, der bereits einen grossen Wissensfundus aufweisen kann: Der 18-jährige Gymnasiast aus Liestal hat vor rund zwei Wochen eine der vier Goldmedaillen an der Schweizer Biologie-Olympiade (SBO) für Mittelschüler gewonnen. Er und die drei anderen Gewinner können damit im Juli nach Singapur an die Internationale Biologie-Olympiade (IBO) fahren.

«Darauf freue ich mich sehr, das war mein grosses Ziel», kommentiert Tschopp. Besonders auch die Stadt Singapur will er erleben. In Asien war er noch nie. Der Klavierspieler ist vielfältig interessiert, in seinem Zimmer hängt eine Schweizerkarte mit Orten, die er noch besuchen möchte. Vielleicht ist es gerade diese Neugier, die ihm an der SBO zum Erfolg verholfen hat.

Flair für Ausdauersport

In den Wettbewerb um die Biologie-Olympiade ist er zufällig gerutscht. Sein Biologie- und Klassenlehrer hatte die ganze Klasse (Tschopp ist im 3. Gymnasium) für die erste Ausscheidungsrunde der SBO angemeldet. 1352 Schülerinnen aus der ganzen Schweiz füllten letzten Herbst die Prüfung in ihren Klassenzimmern aus. Tschopp und eine Klassenkameradin gehörten zu den 60 Jugendlichen, welche die zweite Stufe erreichten. Ihm zog es den Ärmel rein, Singapur schien plötzlich in Griffweite.

Auf die erste Prüfung folgte eine Vorbereitungswoche in Müntschemier im Berner Seeland für die 60 Qualifizierten. Daraufhin fand eine zweite Prüfungsrunde Ende Januar in verschiedenen Schweizer Städten statt. Ein Blick auf die Multiple-Choice-Prüfung von letztem Jahr zeigt: Sie ist «nicht ohne». Oder wissen Sie, wo die Haut der Giraffe am dicksten ist?

Tschopp bewältigte auch Runde zwei mühelos und qualifizierte sich dank guter Vorbereitung als einer von 18 Finalistinnen und Finalisten für die SBO in Bern. Nicht nur in der Biologie ist der Maturand zielstrebig und ausdauernd: Seit rund einem halben Jahr macht er in einem Triathlon-Verein mit, seine grossen Hobbys sind Laufsport und Velofahren.

Strikte Einzelarbeit im Finale

Tschopp bereitete sich gut auf Runde drei vor: In der Woche vor Ostern lernte er eigens für die Prüfungen. Die meisten abgefragten Themen habe er aus der Vorbereitungswoche in Müntschemier gekannt, der Stoff habe denjenigen des Gymnasiums aber weit übertroffen. «Die Prüfungen waren sehr schwer und mussten unter grossem Zeitdruck absolviert werden.» Während der Praktika galt strikte Einzelarbeit.

Die Gewinner der SBO wurden nämlich nicht in einem Test, sondern anhand von 17 Praktika erkoren. Die Jugendlichen mussten vom Mittwoch 11. bis Samstag, 14.April an der Uni Bern pipettieren, Regenwürmer sezieren und zwischendurch wurden theoretische Fragen eingestreut. Die Themen reichten von der Mikro- bis zur Verhaltensbiologie. «Die Summe aller Praktika ergab dann das Resultat», erklärt Tschopp. Es ging jedoch nicht darum, Wissen wiederzugeben, sondern die Resultate herzuleiten: «Das Übertragen von Wissen auf das Praktische» war laut Tschopp entscheidend.

Nächstes Ziel: Matura

Samuel Tschopps nächstes Projekt: «Das grosse Ziel ist jetzt, die Matura zu machen.» Im Winter wird er die Bio-Chemie-Matura am Gymnasium Liestal abschliessen. Die Zeit danach geht er bedächtig an, er lasse es auf sich zukommen. Einen konkreten Berufswunsch hat er bis jetzt noch nicht. Ihn interessieren besonders Biologie, Chemie und Physik: «Ich will sicher etwas Naturwissenschaftliches studieren», erklärt er denn auch. «Was mir sehr gefällt, ist alles, was auf den Menschen bezogen ist: Die humane Anwendung der biologischen Gesetzmässigkeiten.» Eben: Samuel Tschopp ist ein junger Mann mit grossem Wissensfundus.

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