Waldenburg

Mit Bahnhof-Neubau könnte Polizeiposten im Waldenburgertal wieder zur Diskussion stehen

Der Polizeiposten von Waldenburg steht wieder vor einer ungewissen Zukunft. (Archiv)

Der Polizeiposten von Waldenburg steht wieder vor einer ungewissen Zukunft. (Archiv)

Bereits im 2016 plante die Baselbieter Regierung, den Polizeiposten in Waldenburg zu schliessen. Dagegen wehrte sich jedoch die Standortgemeinde vehement. Nun könnte sich dieses Spiel teils wiederholen.

Die Aussage von Regierungsrat Isaac Reber im bz-Interview von vergangener Woche lässt aufhorchen. Der ehemalige Sicherheitsdirektor, der seit Montag die Bau- und Umweltschutzdirektion führt, sagte: Die Frage, ob der Polizeiposten Waldenburg beibehalten werde, stelle sich mit dem Neubau des Bahnhofs erneut.

Regierung krebste zurück

Schon 2016 plante die Baselbieter Regierung, diesen Polizeiposten zu schliessen. Dagegen wehrte sich jedoch die Standortgemeinde vehement, unterstützt von acht Dörfern aus der Nachbarschaft. Der Kampf war erfolgreich; die Regierung lenkte schliesslich ein, und der Polizeiposten, der einzige im ganzen Bezirk, blieb bestehen.

Nun könnte sich dieses Spiel teils wiederholen. Das Gebäude, in welchem sich der Waldenburger Polizeiposten befindet, muss wegen des Bahnhof-Neubaus weichen. Der Kanton als Eigentümer wird es an die Baselland Transport AG abtreten.

Über Rebers Äusserung kann sich Waldenburgs Gemeindepräsidentin Andrea Kaufmann ein Lachen nicht verkneifen. Sie entgegnet: «Ich habe ganz andere Informationen. Mir ist von drei, vier Leuten zu Ohren gekommen, dass vor dem Abbruch der Liegenschaft neben dem Bahnhof der Polizeiposten ins leerstehende Gebäude der früheren Bezirksschreiberei verlegt wird.» Diese Auskünfte seien allerdings noch inoffiziell, betont Kaufmann. Auch hätten ihr Personen gesagt, sie würden dann nach Waldenburg arbeiten kommen. Aus welchen Kreisen diese Worte stammen, will Andrea Kaufmann aber nicht preisgeben.

Sollte der Polizeiposten in Waldenburg tatsächlich wieder infrage gestellt werden, würde laut Kaufmann die Gemeinde mit derselben Hartnäckigkeit dagegen protestieren wie vor drei Jahren. Die Situation habe sich seither nicht verändert. «Es soll mir niemand erzählen, wir hätten im Waldenburgertal ein Disneyland und es passiere hier nichts.» Im März und April seien im Tal innert kürzester Zeit zahlreiche Autos zerkratzt worden. Auch Einbrüche habe es gegeben, gibt die Waldenburger Gemeindepräsidentin und FDP-Landrätin zu bedenken.

Anstelle des Polizeipostens vermehrte Patrouillen sind für Kaufmann keine Alternative. Das ergänze sich, es brauche beides. Der Polizeiposten Waldenburg ist in der Regel von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr besetzt, «sofern nicht im Einsatz», wie es auf der Homepage der Kantonspolizei heisst.

Exodus aus dem Stedtli

Der Widerstand von Waldenburg gegen die Schliessung seines Polizeipostens ist in einem grösseren Zusammenhang zu sehen. Das Stedtli musste in letzter Zeit stark Federn lassen. Seit 2013 verlor es Bezirksschreiberei, Bezirksgericht und Zivilstandsamt. Mit dem Wegzug von Firmen wurde die Ortschaft zudem wirtschaftlich arg gebeutelt. Die Bevölkerungszahl ist rückläufig. Zählte der Bezirkshauptort vor zehn Jahren noch 1240 Einwohnerinnen und Einwohner, so sind es jetzt 1090 – gut zwölf Prozent weniger innert einer Dekade. Da steht man natürlich gegen jeglichen weiteren Abbau auf.

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