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Mittenza soll zur Dorfschule werden

Vom Kongresszentrum zum Schulhaus: Die Mittenza in Muttenz.

Vom Kongresszentrum zum Schulhaus: Die Mittenza in Muttenz.

Der Muttenzer Gemeinderat spielt mit dem Gedanken, im Mittenza-Komplex einen ganzen Primarklassenzug unterzubringen.

Die 1970 eröffnete Mittenza ist neben der Kirche St. Arbogast der prägende Bau im historischen Dorfkern von Muttenz, für den die Gemeinde 1983 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet wurde. Das Kongresszentrum ist seit Jahren sanierungsbedürftig. Die im Rahmen einer Gemeindeversammlung aufgebrachte Idee, Hotel, Restaurant und die diversen Säle in Gemeindebesitz im Baurecht abzugeben, ist gescheitert. Es liess sich schlichtweg kein geeigneter Baurechtnehmer finden.

Nachdem der Gedanke an einen Abriss rasch verworfen wurde, entwickelte der Gemeinderat im Herbst eine neue Idee – und die hat es in sich. Die Mittenza soll zum zweiten Schulstandort neben dem Schulhaus Breite im Gebiet Dorf im Osten von Muttenz werden. Ein ganzer Klassenzug – also insgesamt sechs Schulklassen – sollen darin unterrichtet werden.

Dass sich die Mittenza als Schulhaus eignet, zeigte sich während der vergangenen zwei Schuljahre, als sie im kleinen Rahmen während der Sanierungsphase des Schulhauses Breite als Ausweichschulstandort genutzt wurde. Als definitiver Schulstandort müsste sie im Innern baulich angepasst werden. Mit der Schulhausidee würde Muttenz gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits würde damit die dringend gesuchte Lösung für die Mittenza gefunden, die erst noch der Bevölkerung direkt zugutekäme, andererseits würde damit Schulraum geschaffen, den Muttenz in den kommenden fünf bis sieben Jahren sowieso braucht. Denn die Schülerzahlen steigen auch ohne die Quartierplanungen in der Hagnau und bei der Rennbahnkreuzung. «Es finden in mehreren Quartieren Generationenwechsel statt. Es kommen immer mehr Familien nach Muttenz. Wir spüren dies bei den Schülerzahlen», erklärt der zuständige Gemeinderat Thomi Jourdan (EVP). Allen voran im Osten von Muttenz besteht seit längerem Handlungsbedarf. Vereinzelt müssen schon heute Schülerinnen und Schüler, die in der Nähe des Schulhauses Breite wohnen, ins Schulhaus Gründen oder sogar Margelacker.

100'000 Franken extra im Budget

Der Gemeinderat hätte in einem Jahr für die Schulraumplanung ohnehin 60'000 Franken ins Budget 2021 eingestellt. Diesen Betrag zieht er aufgrund der kurzfristig aufgekommenen Idee des Mittenza-Schulhauses nun bereits für das Budget 2020 vor, über das am Dienstag die Gemeindeversammlung befindet. Dafür ist ein Zusatzantrag notwendig, weil das Budget 2020 bereits besteht

In der Prüfung wird aber nicht nur die Option Mittenza, sondern auch die Aufstockung bestehender Schulhäuser oder ein Neubau auf grüner Wiese in Betracht gezogen. Thomi Jourdan macht kein Geheimnis daraus, dass er hofft, dass die Option Mittenza möglich wird. Zusätzlich kommen 40'000 Franken für die ganze Planung des Gebiets zwischen Dorfkirche und Jugendhaus ins Budget. Möglich wäre eine sanfte Wohnüberbauung des Parkplatzes samt Tiefgarage. Dabei geht es auch darum, die für die Sanierung der Mittenza nötigen Finanzmittel zu generieren.

Der Gemeinderat spielt mit dem Gedanken, eigenes Land – zum Beispiel jenes der Musikschule im Gebiet Feldreben – zu verkaufen. Die Musikschule könnte ebenfalls in die Mittenza einziehen. Der Gastronomiebereich könnte zum Mittagstisch für Schulkinder werden. Weitere Räume, die für Vereine wichtig sind, und der Saal für 800 Personen, sollen ebenfalls erhalten bleiben. Der Gemeinderat informierte kürzlich an einer Veranstaltung die Bevölkerung über die Pläne. Zur Freude von Thomi Jourdan war die Resonanz darauf sehr positiv.

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