Urs-Peter Moos macht es spannend. Der parteilose Binninger Gemeinderat wollte gestern der bz noch nicht sagen, ob er für den zweiten Wahlgang der Gemeinderatswahlen nochmals antritt oder nicht. Seine Ausgangslage ist eher kritisch. Im ersten Wahlgang am vergangenen Wochenende landete er auf dem neunten Platz, mit einigem Abstand auf den achten.

Kann sich Rot-Grün behaupten?

Allerdings könnte er am 10. April das Zünglein an der Waage spielen. Dann treten nämlich alle vier Kandidierenden wieder an, die vor Moos das absolute Mehr verpasst haben. Das waren Rahel Bänziger (Grüne), Caroline Rietschi (SP), Eva-Maria Bonetti (FDP) und Christoph Anliker (SVP). Die vier trennten gerade mal 65 Stimmen. Sie kämpfen jetzt um die noch zu besetzenden drei Sitze. Bereits gewählt sind zwei Freisinnige (Mike Keller, Daniel Nyffenegger) und zwei Sozialdemokraten (Philippe Meerwein, Barbara Jost). Es geht also am 10. April darum, ob im Binninger Gemeinderat die bisherige Rot-Grün-Mehrheit bestehen bleibt oder ob die Bürgerlichen das Zepter übernehmen.

Dabei kann Moos, falls er nochmals antritt, eine entscheidende Rolle spielen. Er ist zwar parteilos, versteht sich selber aber als Bürgerlicher, auch wenn FDP und SVP das nicht unbedingt so sehen. Die grosse Frage wird also lauten: Werden die bürgerlichen Wähler unter den Namen von Anliker und Bonetti die dritte Zeile leer lassen – oder werden sie als Dritten Moos wählen? Oder werden Sie gar Moos anstelle eines der beiden anderen Bürgerlichen wählen? «Moos hat sein Potenzial ausgeschöpft», mutmasst FDP-Präsident Sven Inäbnit.

Moos entscheidet dieser Tage

Eine Prognose über den Ausgang des zweiten Wahlgangs will sonst aber niemand wagen. «Das wäre Kaffeesatzlesen», sagt etwa Rietschi. «Ich kann nicht sagen, welche Rolle Moos spielen wird», sagt auch Bonetti. Und anstatt sich über den Einfluss von Moos Gedanken zu machen, will sich Anliker «lieber auf meine eigenen Stärken konzentrieren».

Moos selber will sich «im Verlaufe dieser Woche» entscheiden, ob er nochmals antritt. Von welchen Kriterien sein Entscheid abhängt, will er nicht sagen. Nur so viel verrät er: «Ich habe viele Ermunterungen erhalten, nochmals anzutreten.» Nach seiner freiwilligen Nicht-Kandidatur für den Landrat letztes Jahr besässe er bei einem Verzicht auf den zweiten Wahlgang gar kein politisches Amt mehr.