Filmkunst

Multiinstrumentalist Markus Dürrenberger erobert sein Publikum mit Klängen

Markus Dürrenberger kreiert seine Musik live zum Stummfilm «Die Weber» .

Markus Dürrenberger kreiert seine Musik live zum Stummfilm «Die Weber» .

Markus Dürrenberger spielt in der Liestaler Hanro seine Musik zum Stummfilm «Die Weber». Bevor er den 90-minütigen Stummfilm mit seinen Tönen begleitet, braucht er einige Aufwärmübungen.

Das ist nicht zum Hingucken. Am liebsten würde man zur Leinwand fliegen und von dort den betagten, weisshaarigen Mann runterholen, dessen Arbeit am Webstuhl so mühselig erscheint. Dann würde auch dieses zwar nicht eben laute, aber gleichwohl enervierende Geräusch aufhören. Wer oder was ist Verursacher desselbigen? Eine Haspel. Diese ist ein Bestandteil eines Sammelsuriums an Instrumenten und Objekten zur Klangerzeugung. Dazu gehören Klavier, Akkordeon, Keyboard, Gitarre, Schlag- und Blasinstrumente.

Multiinstrumentalist Dürrenberger

Damit erzeugt Markus Dürrenberger Musik und Geräusche, die er für den von Friedrich Zelnik gedrehten Stummfilm «Die Weber» (1927) massgeschneidert hat. Der Multiinstrumentalist aus dem Appenzell schuf zum Beispiel auch Musik zum Stummfilm «Sunrise»: «Wer Dürrenberger damals erlebt hat, wird seine Vertonung nicht so schnell vergessen», sagte Stephan Filati, der zuständig ist für das Programm im Brugger Kino Odeon, wo der Film auch gezeigt wurde.

Nun ist morgen Freitag und am Samstag der Stummfilm «Die Weber» mit der Live-Musik des aus Lupsingen stammenden Musikers Dürrenberger auch in der Hanro in Liestal zu sehen. Dürrenberger sucht sich stets Orte aus, wo «Die Weber» hinpassen. Das gilt nun für die Hanro (siehe nebenan) ebenso wie es in Brugg im «Odeon» der Fall war. Dort war der Bezug zur nahen, einstigen Spinnerei Kunz in Unterwindisch gegeben. Die Besucher waren dem Stummfilm mit seinen schwarz-weissen, aussagekräftigen Bildern auf den Geschmack gekommen.

Markus Dürrenberger begrüsst als Komponist gerne die Zuschauer. Seine Arbeit – und eine solche ist die Live-Begleitung des 90-minütigen Stummfilms – ist anstrengend. Da braucht es zuvor eine Aufwärmrunde. Dürrenberger verschwindet – die Vorstellung beginnt danach in Kürze.

Es seufzt, ächzt und scheppert

Auf der Leinwand erscheinen Gesichter und kurze Erklärungen dazu. Was sehen wir? Fabrikant Dreissiger – ein unsympathischer Mann, der die Weber unterjocht. Schlimm, schlimm. Oben flimmern die in der digitalisierten Fassung taufrisch wirkenden Bilder – 24 pro Sekunde – vorüber; unten, in der linken Ecke auf der Bühne, brummt, grummelt, wispert, seufzt, ächzt und scheppert es in allen nur erdenklich normalen oder künstlichen Tönen und Geräuschen. Und schliesslich singt der Urheber all dessen auch noch. Gibt es etwas, was der Multiinstrumentalist und Klangtüftler Dürrenberger nicht kann? Im Nu hat der Multiinstrumentalist sein Publikum erobert. Das Urteil ist der Besucher allüberall ist klar: «Fantastisch, toll, genial.»

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