Umstellung

Muss die FDP Baselland wieder auf Präsidentensuche?

Saskia Schenker gilt als Glücksgriff.

Saskia Schenker gilt als Glücksgriff.

Saskia Schenker erwartet als Direktorin des Basler Arbeitgeberverbands und Politikerin eine Mehrfach-Belastung.

Sie wird als Glücksgriff bezeichnet – nicht nur parteiintern. Saskia Schenker übernahm ziemlich genau vor einem Jahr das Präsidium der FDP Baselland, quasi über Nacht. Ihr Vorgänger Paul Hofer hatte den Posten Knall auf Fall aufgegeben. Gut möglich, dass sich die Baselbieter Freisinnigen wieder auf die Suche nach einer neuen Person an der Spitze machen müssen.

Saskia Schenker übernimmt per Anfang 2021 den Posten als Direktorin des Basler Arbeitgeberverbands. Da die Itingerin auch Landrätin ist, droht ihr künftig eine Dreifachbelastung. Schenker sagt zur «Schweiz am Wochenende», sie wolle das Landratsmandat ganz sicher behalten. «Auch beim Parteipräsidium sehe ich keinen Konflikt. Selbstverständlich machen wir dazu in der Parteileitung eine entsprechende Auslegeordnung.»

Sie werde in den kommenden Wochen mit der Parteileitung zusammensitzen – entschieden sei jedoch noch nichts, betont die 40-Jährige. «Wir stehen zum Glück nicht unter Druck. Dadurch, dass ich beim Arbeitgeberverband am 1. Januar 2021 in der neuen Funktion anfange und vorher eine Einarbeitungsphase zur Verfügung habe, bleibt genügend Zeit.» Es stünden wichtige Arbeiten in der Partei an. Die aktuelle Direktorin Barbara Gutzwiller hatte bereits Mitte 2017 angekündigt, sie werde per Ende 2020 in Pension gehen.

«Trage als Milizpolitikerin immer mehrere Hüte»

Schenker bezeichnet es als grossen Vorteil, dass die FDP seit einem Jahr mit Gina Zehnder eine Geschäftsführerin mit erweiterten Kompetenzen habe. Zehnder sitzt auch in der Parteileitung. «Das erleichtert dem Präsidium die Arbeit enorm.» Beim Arbeitgeberverband wird Schenker laut eigenen Angaben mit einem 80-Prozent-Pensum angestellt. «Damit ist auch formell sauber geregelt, dass ich Zeit für die Politik brauche und Absenzen möglich sind.»

Derzeit arbeitet Schenker beim Schweizer Krankenkassenverband Curafutura in Bern. Sie pendelt täglich in die Bundesstadt, ausgenommen, es stehen Landrats- oder Kommissionssitzungen an.

Zunächst übernahm Schenker das FDP-Präsidium am 5. Dezember 2018 ad interim, mitten im Wahlkampf für die Landratswahlen. Im April darauf wurde sie am Parteitag einstimmig zur Präsidentin gewählt. «Die letzten zwölf Monaten waren intensiv. Nach den Eidgenössischen Wahlen folgen jetzt die für die Partei sehr wichtigen Gemeindewahlen.»

Schenker wurde 2015 ins Baselbieter Kantonsparlament gewählt. Ein Interessenskonflikt zwischen Verbandsjob und Landratsmandat droht laut Schenker nicht. «Der Verband kümmert sich vorrangig um nationale Themen. Und als Milizpolitikerin trägt man immer mehrere Hüte. Diese Situation ist also nichts Neues.»

Meistgesehen

Artboard 1