Hagnau / Schänzli

Muttenz will in in die Höhe bauen – Anwohner kündigt Referendum an

Die Muttenzer Gemeindeversammlung sagt Ja zum grünen Schänzli und zur Überbauung Hagnau.

Mit einem grossen Mehr sagten die über 300 Anwesenden an der Muttenzer Gemeindeversammlung Ja zu den Quartierplänen Schänzli, Hagnau Ost und West. Auf Antrag der Gemeinde wurden die drei Quartierplanvorschriften zu einer Abstimmung zusammengefasst. Opposition gegen dieses «Päckchen» hatte keine Chance.

Auch keine Chance hatte der Widerstand der Anwohnerschaft oberhalb der betroffenen Parzellen im Gebiet Freidorf/Donnerbaum. Jean-Claude Cattin, Bewohner der von den Hochhäusern am stärksten betroffenen Schweizeraustrasse, beantragte für die ganze Überbauung eine Maximalhöhe von 60 Metern. In den Planungen der Investoren und der Gemeinde misst das höchste Gebäude 90 Meter. Dieses befindet sich aber absichtlich am weitesten weg von der Schweizerausstrasse. Der Antrag auf eine Beschränkung von 60 Metern wurde aber klar abgelehnt.

Gemeinderat Thomi Jourdan (EVP) warnte vor einer «Zerstückelung» der Vorlage, die das ganze Projekt gefährden könnte. Mehrere Votantinnen und Votanten warnten zudem, diese «einmalige Chance» zu verbauen. Hagnau sei genau der richtige Ort, um so in die Höhe zu bauen. Gegen die Renaturierung und Begrünung des Schänzliareals und somit gegen den Wegfall der Reitsportanlage gab es keinen Widerstand.

Anwohner Jean-Claude Cattin plant «grosser Wahrscheinlichkeit» das Referendum zu ergreifen. «Da wohnen schlichtweg zu viele Menschen auf engem Raum zusammen», kritisierte er nach der Versammlung. Zudem ist eine Stimmrechtsbeschwerde wegen des obengenannten «Päckchens» des ehemaligen Gemeinderats Peter Issler beim Baselbieter Regierungsrat hängig. Seine Partei, die FDP, forderte ihn aber auf, diese fallen zu lassen.

Sollten die Pläne der Gemeinde der Stimmrechtsbeschwerde und einer allfälligen Urnenabstimmung standhalten, bekäme Muttenz ein grünes Schänzli und eine Überbauung im Gebiet Hagnau mit sechs Baukörpern von 46 bis 90 Metern. Insgesamt sind in den sechs Baukörpern 600 Wohnungen und Gewerbeflächen für 700 Arbeitsplätze geplant. Unter anderem ist ein Multiplexkino angedacht.

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