Polyfeld-Express

Muttenzer Bildungs-Quartier vielleicht bald mit Tram erschlossen: Abklärungen laufen

Etwa 4000 Studierende besuchen die FHNW Muttenz.

Etwa 4000 Studierende besuchen die FHNW Muttenz.

Etwa 4000 Studierende besuchen die Fachhochschule in Muttenz. Für sie und all die anderen, die sich auf dem Areal bewegen, will der Kanton nun die Erschliessung einer Tramverbindung prüfen.

Ganz viel los aber kein Tram – Kanton will keinen öV-Ausbau zum Dreispitz

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Erst das neue Fachhochschul-Hochhaus hat das Muttenzer Polyfeld auf die Landkarte gesetzt. Zuvor war der Name höchstens Gemeindepolitikern und Planern ein Begriff – dabei ist der FHNW-Standort mit seinen 4000 Studierenden nur ein Projekt von vielen. Der Kanton hat vor, weitere Schulen ins Polyfeld zu verschieben, hinzu kommen sollen Arbeitsplätze und neuer Wohnraum.

Doch der Kanton will auch die Erschliessung des Polyfelds vorantreiben. Er plant eine neue Tramlinie. Das gab er im vergangenen Januar bekannt. Jetzt verdeutlicht sich, wie die Linie 4 verkehren könnte. Das Tram soll dereinst im Gebiet St. Jakob/Hagnau vom Tram 14 abzweigen und entlang der Autobahn 2 und der Eisenbahn bis zum Bahnhof Muttenz fahren. «Bis Ende Jahr sollte die Machbarkeitsstudie fertiggestellt sein», sagte die Baselbieter öV-Delegierte Eva Juhasz gestern am zweiten Agglo-Forum. Zur Fachtagung im Lörracher Burghof geladen hatte der Verein Agglo Basel. Diskutiert wurden Verkehrsprojekte im Dreiland. 2020 folgt laut Juhasz die Zweckmässigkeitsstudie zur vorgesehenen Tramverlängerung. Danach werde entschieden, ob man die Idee weiterverfolgt.

Tram Bachgraben schaffts nicht mehr ins Agglo-Programm

Im Fokus steht derzeit die mögliche Linienführung. Das Tram könnte dereinst durch die Kriegackerstrasse fahren. Auch ist vorgesehen, eine Station direkt mit der Passerelle über die A 2 und die Bahn zu verbinden. So könnten die Einwohner des Freulerquartiers, einer Muttenzer «Exklave», ebenfalls von der neuen Haltestelle profitieren. Vorgesehen sind fünf Stationen: Hagnau, Donnerbaum, Pantheon, Kriegackerstrasse/FHNW und die Wendeschlaufe beim Bahnhof. Das Tram Polyfeld ist in der Studie Tramnetz 2040 enthalten. Frühester Baustart wäre 2030.

Weiter fortgeschritten sind andere Tramprojekte, wie an der gestrigen Tagung erläutert wurde: Im Baselbiet ist das die Verlängerung nach Salina Raurica. Das Konzessionsgesuch ist eingereicht. Demnächst gelangt der Projektierungskredit für die Ausarbeitung des Projekts in den Landrat. Wie die Erschliessung von Salina Raurica wird auch das sogenannte Tram Letten für das Agglo-Programm des Bundes der 4. Generation angemeldet – mit dem Ziel, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Frühester Baubeginn wäre 2025. Vorgesehen ist, das Tram 8 von der Endhaltestelle Neuweilerstrasse bis zum Schulhaus Gartenhof zu verlängern.

Weitere Projekte in Planung

Eine weitere Tramverlängerung ist in der Prioritätenliste nach oben gerutscht: Die Erschliessung des Bachgrabengebiets in Allschwil. Derzeit sind im sogenannten «Baselink»-Areal mehrere Gebäude im Bau, darunter ein Gewerbepark und das neue Schweizerische Tropeninstitut. Noch im Genehmigungsverfahren steckt ein Business-Hotel mit 210 Zimmern.

«Wir müssen vorwärts machen beim Tram Bachgraben», sagte gestern der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber – im Wissen, dass das Projekt zu den Aufgaben des Nachbarkantons gehört. Die beiden Basel haben sich bei der Verkehrsinfrastruktur für das Bachgraben-Gebiet die Aufgaben aufgeteilt: Baselland kümmert sich um die Strasse – Basel-Stadt um das Tram. Das gaben beide Kantone im Juni bekannt. Vorgesehen ist, dass ein Tunnel den Bachgraben mit der Nordtangente verknüpft. Das Tram wiederum könnte zum Bahnhof St. Johann fahren.

Bis im Luzernerring Schienen verlegt werden, dürfte es aber noch ein Weilchen dauern. Beim Tram Bachgraben ist eine Eingabe in das Agglo-Programm 4. Generation nicht mehr realistisch, und die Projekte für die 5. Generation sind erst 2025 einzureichen.

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