Chemie

Muttenzer Trinkwasser schlägt neu hohe Wellen

Ist das Trinkwasser gefährlich?

Ist das Trinkwasser gefährlich?

Die Grünen verlangen Einblick in eine offenbar brisante Studie zum Trinkwasser, das im Hardwald gefasst wird.

Ein halbes Jahr nach der so genannten «Chemiemüll»-Initiative sorgen die drei Muttenzer Deponien Rothausstrasse, Margelacker und Feldreben bei den Baselbieter Grünen plötzlich wieder für helle Aufregung.

Nachdem die Grünen an der Urne mit ihren Sanierungsforderungen unterlagen, sind sie nun durch eine neue Studie alarmiert, von der sie bisher nur aus der Zeitung wissen. Deshalb wird Landrat Jürg Wiedemann heute von der Regierung fordern, dass die Studie umgehend publiziert wird. Er stuft sie als «höchst brisant» ein, auch wenn sie offenbar erst in einem Entwurf vorliegt.

Studie soll Gefährdung belegen

Denn die Studie scheint eine zentrale Behauptung der Grünen zu bestätigen: Die im Trinkwasser nachgewiesenen Chemie-Substanzen könnten tatsächlich aus den Deponien stammen, weil die Trinkwasserfassung gemäss Studie nicht permanent durch einen unterirdischen Wasserberg geschützt werden kann.

Wie die «Basler Zeitung», die Einblick in die erste Fassung der Studie erhielt, am 18. November schrieb, habe die Universität Basel mit einer 3-D-Simulation nachweisen können, dass unter besonderen Umständen tatsächlich Deponie-Schadstoffe ins Trinkwasser gelangen können.

Zum Beispiel, wenn der für den Trinkwasserschutz wichtige Florin-Brunnen vorübergehend abgestellt werden muss oder Firmen übermässig viel Wasser wegpumpen. Den Florin-Brunnen bezeichnet Jürg Wiedemann, sich auf die Studie berufend, sogar als «Risiko».

Motion eingereicht

Ende Oktober noch hat Wiedemann gemeinsam mit der Muttenzer SP-Vertreterin Kathrin Schweizer einen Vorstoss eingereicht, in welchem er auf die ungenügende Sanierung nach der Brandkatastrophe von Schweizerhalle 1986 aufmerksam macht und sich dabei auf Martin Forters Buch «Falsches Spiel» beruft.

Doch nun ist seine Aufmerksamkeit ganz zu den Chemiemüll-Deponien zurückgekehrt. «Leider erscheint diese Studie zu spät», sagt Wiedemann, «sie wäre in den Abstimmungsdiskussionen im Juni wertvoll gewesen.»

Er erhofft sich nun, dass die neuen Erkenntnisse dazu führen, dass nun auch die beiden Deponien Margelacker und Feldreben zum Sanierungsfall erklärt werden, weil der bisher abgestrittene Zusammenhang zwischen den Deponie- und den Schadstoffen im Trinkwasser durch die Studie belegt sei. Für ihn ist klar: «Die Fälle, in denen solche Schadstoffe ins Trinkwasser gelangen, sind selten. Aber es gibt sie.»

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