Muttenz

Muttenzer wird für Bildungsarbeit in Guatemala ausgezeichnet

Max Umiker hat eine Ehrenurkunde erhalten. uf

Max Umiker hat eine Ehrenurkunde erhalten. uf

Max Umiker aus Muttenz setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Kinder in Guatemala zur Schule gehen können. Nun wurde Umiker für seine fahrende Bibliothek geehrt.

Seine Methode wurde belächelt, bekämpft oder hoch gelobt. Fest steht, dass Pestalozzi anfangs des 19. Jahrhunderts einen entscheidenden Grundstein unseres Bildungssystems legte. Knapp 200 Jahre später trat Max Umiker eher zufällig in Pestalozzis Fussstapfen. Seit 1998 setzt sich der Muttenzer Garagist in Guatemala für die Schulbildung der Landbevölkerung ein.

Nun ehrte der Staat Guatemala den Präsidenten des Vereins Probigua Schweiz für sein Schaffen. Am 25. Oktober 2011 wurde Umiker zum Botschafter des Friedens ernannt. Der Weg bis dorthin war allerdings ziemlich steinig. Bei einem Sprachaufenthalt in Guatemala Ende der 1990er-Jahre wurde Umiker mit dem Elend der Urbevölkerung konfrontiert.

Ursache der Armut

Sein Lehrer Rigoberto Zamora zeigte ihm eine der hauptsächlichen Ursachen der Armut: Bei der Schulbildung der Kinder und Jugendlichen klemmte es an allen Ecken und Enden. Umikers Schlüsselerlebnis führte zur Gründung des Vereins Probigua Schweiz mit Sitz in Muttenz. «Jeder Schüler sollte ein Buch besitzen», setzte sich der Verein zum Ziel.

Die Regierung überzeugt

Dazu fehlte allerdings das Geld. Zuhause klopfte Umiker beim damaligen Regierungsrat Christoph Koellreuter an und legte ihm ein Projekt vor. «Ich wollte einen Schulbus und 3000 Bücher», erzählt er. Die Regierung liess sich überzeugen bewilligte 40000 Franken aus dem Lotteriefonds. Seither besucht die fahrende Bibliothek die weit entlegenen Schulen nach einem fixen Fahrplan.

Klassen mit bis zu 70 Schülern verbringen ihre Lektionen im umgebauten Schulbus. Zum Programm gehört auch eine Anleitung für die Lehrpersonen. Doch auch die Schulhäuser sind vielerorts in desolatem Zustand oder fehlen gänzlich. Für rund 40000 Franken lässt sich in Guatemala ein Schulhaus bauen. «Inklusive Einrichtungen», präzisiert Umiker.

Audienz beim König

Die Kantone Baselland und Basel-Stadt, die Landeskirchen und der Rotary Club Muttenz-Wartenberg waren im stets gut gesinnt. Ein Hinweis des schwedischen Botschafters in Guatemala führte Umiker im Jahr 2002 zu einer Audienz bei König Carl Gustav nach Stockholm. «Ich kehrte mit 10000 Dollar nach Hause», erzählt er strahlend.

Das Geld investierte er umgehend in ein Schulhausprojekt. Die Arbeit des Vereins Probigua wird in Guatemala zwar toleriert, ist aber nicht ganz ungefährlich. In Guatemala Stadt sind noch heute täglich 40 Tote zu beklagen. «Ich will mich nicht in die Politik einmischen», stellt Umiker deshalb klar. Rigoberto Zamora führt das Projekt vor Ort. Natürlich sei ihre Arbeit ein Tropfen auf den heissen Stein.

Dennoch seien die Erfolge nicht von der Hand zu weisen. «Sie sind ein Licht in diesem dunklen Land», attestierte ihm der Schweizer Botschafter vor Ort. Der Bus mit der fahrenden Bibliothek läuft immer noch. Allerdings komme das Fahrzeug langsam in die Jahre. Heute stehen vor allem der Bau und die Erweiterung von Schulhäusern im Vordergrund. «Man geht voll auf in dieser Arbeit», gesteht Max Umiker.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1