Gastronomie

Nach 16 Jahren: Wirtepaar verlässt «Schützenstube»

Die «Schützenstube» an der Rathausstrasse 14 mitten im Stedtli.

Die «Schützenstube» an der Rathausstrasse 14 mitten im Stedtli.

Traditionsbeiz im Liestaler Stedtli schliesst per sofort. Der Nachfolger steht vor einer Herausforderung.

Bei einem 158 Jahre alten Restaurant mögen 16 Jahre nicht allzu lang wirken. Doch in der schnelllebigen Gastronomieszene ist es heute durchaus speziell, wenn ein Pächter so lange am selben Ort bleibt. «Sechzehn Jahre ‹Stedtli› sind für uns genug und deshalb heisst es für uns nun ‹Schluss mit Schützenstube›», schreiben Sascha Birkenmeier und seine Frau Regula Nyffeler Birkenmeier gestern in einer Mitteilung.

Und Schluss ist jetzt. Zwar läuft der Mietvertrag noch bis Ende März, doch die beiden haben den À-la-carte-Betrieb des Restaurants sowie das Take-away-Angebot «per sofort» eingestellt. Nur noch Gruppenreservationen sind möglich und als finaler Akt findet das Schnitzelbanksingen am Fasnachtsmontag statt.

Dieser schnelle Schlussstrich überrascht in der Gastroszene. Offiziell gibt dies dem Liegenschaftsbesitzer Andreas Hirt Zeit, die nötigen Renovationsarbeiten vorzuziehen. Und Birkenmeiers können sich sofort auf ihr Catering- und Partyservicegeschäft «Bon Appétit» an einem neuen, noch unbekannten Standort konzentrieren, wie sie selbst mitteilen. Es ist aber auch ein offenes Geheimnis, dass die «Schützenstube» schwierige Zeiten durchmachen musste, seit vor eineinhalb Jahren Chefkoch Thierry Anthony abgewandert war. «Das haben sie auf jeden Fall gespürt», sagt Matthias Renevey, Präsident von KMU Liestal. Und Hirt hält fest: «Ich hoffe, dass der Zuspruch der Liestaler zu ihrer Traditionsbeiz bald wieder etwas zunimmt.» Schliesslich sei die Lage am unteren Stedtli-Eingang sehr attraktiv. Leider war Sascha Birkenmeier gestern für die bz nicht erreichbar.

Philip Bühler vom Vorstand von Gastro Baselland versucht, den Pächterabgang einzuordnen: «Ein Drittel der Gastrobetriebe schliessen jedes Jahr, gehen aber auch wieder auf.» Liestal sei zwar kein einfaches Pflaster und die «Schützenstube» habe eine kritische Grösse: «Zu klein, um wirklich etwas Grosses zu machen und zu gross, um den Betrieb günstig alleine zu führen.» Doch die letzten 16 Jahre zeigten, dass etwas möglich sei.

Dass die «Schützenstube» eine Zukunft hat, daran zweifelt denn auch niemand. Liegenschaftsbesitzer Hirt sagt: «Ich hoffe, schon bald einen neuen Pächter gefunden zu haben.» Das bedeutet aber auch, dass der von ihm geplante grössere Umbau des alten Gebäudes ein weiteres Mal verschoben wird.

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