Rücktritt

Nach Ballmers Rücktritt beginnt das Ringen um den freien Regierungsratssitz

Adrian Ballmer tritt zurück.

Adrian Ballmer tritt zurück.

Der Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer tritt per Ende Juni 2013 aus der Kantonsregierung zurück. Gesundheitliche Gründe und der schlechte Politstil der letzten Jahre hätten den Ausschlag für seinen Entscheid gegeben, teilt er in seinem Demissionsschreiben mit.

Der freisinnige Liestaler verlässt den Regierungsrat Ende Juni 2013. Er ist seit 2000 Regierungsmitglied und steht der Finanz- und Kirchendirektion vor. Seine Finanzpolitik stand in den letzten Monaten stark in der Kritik.

«Durch die Medien diffamiert»

In seinem Rücktrittsschreiben kritisierte Ballmer den schlechten Politstil der letzten Zeit. «Es wird in den Medien und durch die Medien diffamiert.» Das habe auch dazu geführt, dass der Kanton Baselland heute gegen aussen schlechter dastehe als in Wirklichkeit.

Der Zeitpunkt des Rücktritts kam für den Landrat überraschend. So äusserte SVP-Parteipräsident Oskar Kämpfer im «Regionaljournal» auf SR DRS, er habe eigentlich erwartet, dass Ballmer vor seinem Rücktritt noch die Sanierung der Basellandschaftlichen Pensionskasse beenden würde. Auch seine eigene Partei war nicht eingeweiht: FDP-Fraktionspräsident Rolf Richterich erfuhr von Ballmers Rücktritt erst heute Morgen. Am Nachmittag meldete sich die FDP per Communiqué: Die Parteileitung werde nach der Rücktrittsankündigung Ballmers die Situation analysieren und sich anschliessend mit den bürgerlichen Parteien zusammensetzen. „Oberstes Ziel ist es, den freiwerdenden Regierungsratssitz wieder bürgerlich zu besetzen", heisst es in der Mitteilung.

Im Namen der SVP, die seit der Abwahl von Jörg Krähenbühl nicht mehr in der Regierung vertreten ist, kündete Kämpfer hingegen eine Kandidatur an. Namen nannte er keinen. Offiziell teilt die Partei mit, sie werde ein Nominationsverfahren in die Wege leiten.

Auch die SP, deren Nationalrat Eric Nussbaumer schon lange Regierungs-Ambitionen nachgesagt werden, wird antreten: Landrat Ruedi Brassel betonte im Regionaljournal den Anspruch der SP auf zwei Regierungssitze. (td/dh)

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