Weshalb ist die Trinkwasserqualität nicht beeinträchtigt?

Im betroffenen Gebiet befinden sich keine Trinkwasserfassungen, die mit dem verschmutzten Grundwasser in Kontakt kommen könnten. Gemeindepräsident Stephan Burgunder (FDP) erklärt dies genauer: «Zwar wurde eine Veränderung im Grundwasser festgestellt. Dieses fliesst jedoch in Richtung Nordwesten, und dort gibt es keine Grundwassernutzung zwecks Trinkwasserversorgung. Unser Pumpwerk Löli liegt östlich und wird deshalb nicht tangiert.» Er habe unzählige Anrufe erhalten, in denen Leute fragten, ob sie das Hahnenwasser trinken dürfen.

Wieso muss das Grundwasser nun abgepumpt werden?

Das Grundwasser bewegt sich mit rund einem bis drei Meter pro Tag. Durch das Abpumpen wolle man eine weitere Verbreitung des verschmutzten Wassers verhindern, erklärt Nico Buschauer von der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Das gesamte betroffene Grundwasser könne man nicht abpumpen, da ein Teil schon gewandert sei.

Weshalb reagierte der Gemeinderat am Dienstag in seiner Medienmitteilung so heftig?

«Weil wir nicht informiert wurden», sagt Stephan Burgunder. Der Rohrbruch einer Abwasserleitung wurde am 12. Februar von der Firma entdeckt, aber nicht gemeldet. Das Amt für Umweltschutz und Energie stellte nachträglich fest, dass der Grundwasserspiegel bereits seit Anfang November am Steigen war. «Das sind über vier Monate, in denen uns die Firma nichts mitgeteilt hat. Auch jetzt mussten wir vom Kanton vom Zwischenfall erfahren, nicht vom Unternehmen selber», so Burgunder. «Unter diesen Umständen kann man unsere Bedenken wahrscheinlich nachvollziehen. Wir fragen uns, ob bei der Firma sonst alles in Ordnung ist.»

Kann man Hallenbäder wie das Aquabasilea noch besuchen?

Ja, denn Hallenbäder werden in der Regel mit Wasser von Trinkwasserversorgungen betrieben. So auch das Aquabasilea, wie die BUD bestätigt. Da das Trinkwasser ungefährlich sei, müsse man sich keine Sorgen machen.

Was geschieht, wenn es bei Rohner oder einem anderen Chemieunternehmen zu einem grösseren Unfall kommt?

Sollte es bei Rohner zu einem Notfall kommen, läuft grundsätzlich dasselbe Massnahmenprogramm ab wie bei anderen Notfällen. Bei Grossereignissen führt und koordiniert der kantonale Krisenstab alle im Einsatz stehenden Organisationen. Zusätzlich dient die kantonale Zivilschutzkompanie als Unterstützung. Die rund 200 Mitglieder sind innert einer Stunde nach Alarmierung einsatzbereit. Bei einem Chemieunfall würde die Bevölkerung ausserdem über Sirenen informiert. Im Raum Schweizerhalle gibt es zusätzlich «Emergency-Management»-Stäbe, wie die BUD erklärt. Das sind Krisenstäbe, die aus Firmenangehörigen bestehen und im Fall eines Grossereignisses zusammen mit den Behörden die Ereignisbewältigung sicherstellen. Spezielle Massnahmen wegen nahegelegener Kindergärten oder Schulen gibt es in Pratteln nicht.

Wie funktioniert die Kommunikation zwischen der Firma und der Gemeinde im Notfall?

Zurzeit schlecht, wie Burgunder erzählt. Man habe für die Zukunft klare Anforderung bezüglich der Kommunikation. «Nur so kann man wieder Vertrauen herstellen.» Das Unternehmen müsse bei einem Zwischenfall schneller und offener kommunizieren.