Bauprojekt

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: H2-Nachfolgeprojekt gefordert

(Fast) bereit für den Verkehr: Nordportal des Schönthaltunnels der H2 bei Füllinsdorf, abgelichtet Mitte Oktober.

(Fast) bereit für den Verkehr: Nordportal des Schönthaltunnels der H2 bei Füllinsdorf, abgelichtet Mitte Oktober.

Am 11. Dezember wird die H2 dem Verkehr übergeben. Schon jetzt fordern bürgerliche Politiker neue Bauprojekte. Unter anderem soll ein Tunnel Frenkendorf und Arlesheim verbinden. Die Initianten haben sogar schon einen Namen gefunden.

Am 11. Dezember hat die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) Grund zum Feiern: Dann wird der letzte Abschnitt der kantonalen Hochleistungsstrasse H2 zwischen Liestal und Pratteln offiziell dem Verkehr übergeben.

Weniger zum Feiern zumute ist ob diesem Datum der regionalen Bauwirtschaft. Denn der neue Abschnitt der H2, der rund eine halbe Milliarde Franken verschlang, bot Arbeit für Hunderte von Polierern, Maurern, Ingenieuren, Bauleitern, Hilfsarbeitern – und das über Jahre.

Bereits jetzt fordert die Strassenbau-Lobby, dass der Kanton das nächste Mammut-Projekt planen sollte – noch hinter vorgehaltener Hand zwar.

Ein Beispiel, was das sein könnte, lieferte jedoch Christoph Buser, FDP-Landrat und Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, Mitte September. Damals präsentierte er an einer Medienkonferenz der Wirtschaftskammer einen «Fünf-Punkte-Plan gegen den Verkehrskollaps». Dabei wurde auch das Projekt eines neuen Strassentunnels zwischen Frenkendorf und Arlesheim skizziert.

Im Anschluss an die Präsentation verriet Buser, dass er bereits einen Namensvorschlag habe: Hülftenschanz-Tunnel – das Bauwerk würde also nach dem Ort benannt, den es unterqueren würde und wo sich 1833 die entscheidende Schlacht im Zusammenhang mit der Kantonstrennung ereignete.

Letzes Stück eines Autobahnrings

Buser packte die Vorschläge des «Fünf-Punkte-Plans» in drei Vorstösse und reichte diese Mitte Oktober ein, mitunterzeichnet von Parteikollege Christof Hiltmann. Der Hülftenschanz-Tunnel kommt im Forderungskatalog nicht namentlich vor, er sollte jedoch dereinst dazu dienen, einen dringend benötigten «Autobahnring um Basel» zu schliessen, wie es im entsprechenden Textabschnitt heisst.

Nach dem Schönthal-Tunnel der H2 wäre damit das nächste Tunnelprojekt im Kanton aufgegleist. Ist dies als Arbeitsbeschaffungs-Massnahme fürs regionale Baugewerbe zu betrachten? «Nein», entgegnet Buser, «uns geht es darum, Vorschläge für einen dringend benötigten Bypass für die völlig überlastete A2 zwischen Basel und Augst aufs Tapet zu bringen.»

Kanton zeigt sich interessiert

Bei der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) stösst der Hülftenschanz-Tunnel auf Interesse – zumindest als Idee. Kantonsingenieur Oliver Jacobi: «Langfristig macht es sicherlich Sinn, auch tangential zu bauen statt sternförmig wie bisher.» Bei der BUD geniesse jedoch der Entwicklungsplan Leimental-Birseck-Allschwil (ELBA) Vorrang. Mit diesem will der Kanton die Staus in den Gemeinden im Süden Basels in Griff bekommen. Eine Variante sieht auch den Bau von neuen (Umfahrungs-)-Strassen vor. Genau hier möchte Buser ansetzen: «Es braucht langfristig eine Tangentialumfahrung um Basel. Ein Tunnel Frenkendorf – Arlesheim wäre das letzte Stück zur Schliessung eines Umfahrung-Ringes über die Achse von Frankreich über Allschwil und das Birseck bis Arlesheim.»

Wenig erfreut über die Idee eines Hülftenschanz-Tunnels zeigt sich Christoph Frommherz. Der Grünen-Landrat ist Mitglied in der Bau- und Planungskommission und würde ein entsprechendes Projekt wohl mit Argus-Augen beobachten. «Baselland ist Spezialist im überdimensionierten Bauen», tadelt Frommherz. Das beweise die H 2, die doppelt so teuer geworden sei wie einst geplant. Für den Münchensteiner sollte deshalb der Ausbau des öV Vorrang geniessen.

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