Weleda

Nach der Sanierung folgt die Offensive

Weleda erreicht 2015 ein Rekordergebnis.

Weleda erreicht 2015 ein Rekordergebnis.

Dank einem Rekordergebnis konnte die Arlesheimer Firma Weleda 2015 die Nettoverschuldung ganz abbauen und setzt sich ehrgeizige Ziele.

Nach Jahren der Krise, die 2012 in einem grossen Stellenabbau gipfelte, fand die Weleda AG im vergangenen Geschäftsjahr vollumfänglich in die Spur zurück. An der Bilanzmedienkonferenz präsentierten der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung mit einem Jahresgewinn von 11,4 Millionen Franken das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Der Nettoumsatz betrug 416 Millionen Franken. Damit konnte die Nettoverschuldung, die einst rund 140 Millionen Franken betrug, innerhalb von vier Jahren abgebaut und mittlerweile sogar in ein kleines Nettoguthaben verwandelt werden.

Die Weleda AG ist im Jahr 2015 um knapp sieben Prozent gewachsen, wie Finanzchef Michael Brenner bilanzierte. Das Wachstum betreffe sowohl die Naturkosmetik- wie auch die Arzneimittelsparte. Der Wechselkurs zwischen Franken und Euro und die gestiegenen Materialkosten aufgrund der knapper werdenden Rohstoffe haben das Jahresergebnis leicht negativ beeinflusst. Über 50 Stellen hat die Weleda im vergangenen Jahr weltweit geschaffen. «Mittlerweile verfügen wir über etwa gleich viele Angestellte wie 2011. Durch die Produktivitätssteigerung ist der Umsatz aber deutlich angestiegen», so Brenner. Nach wie vor erarbeitet die Weleda AG rund die Hälfte ihres Umsatzes in ihren deutschsprachigen Dachmärkten Deutschland, Schweiz und Österreich. Der Grossteil des Wachstums erzielt das Unternehmen aber ausserhalb dieser Länder. Gerade in Osteuropa wuchs die Kosmetiksparte stark. Auch in Griechenland, Spanien, Frankreich, Holland und Südamerika konnte die Weleda AG weiter zulegen. In der Schweiz hat das Unternehmen kein einfaches Jahr hinter sich. Der Wechselkurs und der Preisdruck zwang sie zur Preissenkungen von 6,5 Prozent.

Möglichkeiten zu Wachstum

Weleda ist die weltweit führende Herstellerin von zertifizierten Naturkosmetik und anthroposophischen Arzneimitteln. 311 der über 2000 Angestellten arbeiten in der Schweiz. Für CEO Ralph Heinisch ist das Unternehmen an einem Punkt angekommen, wie es ihn in der über 90-jährigen Firmengeschichte nicht gegeben hat. Die hart erarbeitete wirtschaftliche Gesundung biete dem Unternehmen die Möglichkeit, neue, grosse Aufgaben anzugehen. Die Weleda AG soll weiter internationalisiert werden. Die USA seien dafür ein wichtiger Markt. Weniger China, da dort für den Grossteil der Produkte Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind.

Mit Innovationen will die Weleda den Bereich Naturkosmetik weiter voranbringen. Der neu geschaffene Geschäftsleitungsbereich Forschung und Entwicklung soll die Arzneimittelsparte voranbringen. Das neue Geschäftsleitungsmitglied werde in Kürze bestimmt. 120 Mitarbeiter soll der neue Geschäftsbereich umfassen. Fünf Stellen werden dafür neu geschaffen. Langfristig sollen es mehr sein. Der Grossteil der Mitarbeitenden wird aus anderen Bereichen zusammengefasst. Die Investitionen in die dafür nötige Infrastruktur können in den nächsten Jahren über 100 Millionen Franken betragen, bestätigt CEO Ralph Heinisch. «Wir haben die Kriegskasse gefüllt, um die Prozesse in Gang zu setzen.» Die dafür nötigen Investitionen sollen aus den erarbeiteten Cashflows finanziert werden.

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