Privatschule Pratteln

Nach Gallenacher-Pleite: Eltern und Lehrer wollen neue Schule gründen

Gallenacher Privatschule_03

Gallenacher Privatschule_03

Nachdem bekannt wurde, dass die Privatschule Gallenacher in Pratteln Ende Monat schliessen muss, wollen Eltern und Lehrer bereits im März eine neue Schule gründen.

Einen Tag, nachdem Medien über die Schulden der Privatschule Gallenacher in Pratteln berichteten, mussten die Gesellschafter Insolvenz anmelden. Die Schule wird deshalb noch diesen Monat geschlossen. Nun haben Teile der betroffenen Eltern- und Lehrerschaft beim Amt für Volksschulen (AVS) Interesse bekundet, eine neue Schule zu eröffnen – sie soll bereits nach den Fasnachtsferien in Betrieb gehen. Das teilt die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) mit.

Die BKSD habe eine Vertretung der Gruppe zu einem Gespräch eingeladen und sich dabei bereit erklärt, ein Bewilligungsgesuch für eine Privatschule beschleunigt zu behandeln, sollte ein solches eingehen. Reicht die Gruppe bis zum 2. März ein Gesuch mit allen notwendigen Nachweisen in der erforderlichen Qualität ein, könnte das AVS eine ausserordentliche Betriebsbewilligung erteilen, die vom 9. März bis zum Ende des Schuljahrs gültig wäre.

«Das alles bis zum 2. März vorzubereiten, ist schon relativ sportlich», sagt Fabienne Romanens, Mediensprecherin der BKSD, auf Anfrage. Wie realistisch eine erfolgreiche Umsetzung ist, könne sie nicht beurteilen. «Das hängt letztlich von der Gruppe ab.» Dass sich das AVS dazu bereit erklärt, das Gesuch innert einer Woche zu bearbeiten, sei jedoch äusserst entgegenkommend. 

Denn, wie es in einem Merkblatt für Privatschulen heisst, das vom Kanton verfasst wurde: Um eine Bewilligung auf den Beginn eines neuen Schuljahrs zu erhalten, sei eine Kontaktaufnahme mit dem Kanton neun Monate im Voraus notwendig. Anstelle der neun Monate beträgt die Zeit bis zur geplanten Neueröffnung der Schule in diesem Fall nur etwas mehr als zwei Wochen. 

Eine davon benötigt der Kanton für die Prüfung des Gesuchs. In nur anderthalb Wochen muss die Eltern- und Lehrergruppe die Unterlagen daher vorbereiten. Und die Liste ist lang: Es müssen ein Leitbild der Schule, ein organisatorisches Konzept, ein pädagogisches Konzept, ein Qualitätsmanagement, einen Businessplan mit Finanzierungsnachweis, Angaben zu den Räumlichkeiten und Schuleinrichtungen, ein Sicherheitskonzept, allenfalls einen Handelregisterauszug und – für Personen, die an der Schule pädagogische oder administrative Leitungsfunktionen ausüben sollen – aktuelle Sonderprivatauszüge eingereicht werden. Ausserdem muss im Gesuchsformular die Schulleitung, die Geschäftsleitung sowie die Rechtsform eingetragen werden – all dies scheint die Gruppe bis zur Einreichung des Gesuchs noch klären zu müssen, wie Fabienne Romanens von der BKSD sagt. 

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