Auf dem Asp in Oltingen heulen an diesem Wochenende wieder die Motoren. Zum dritten Mal geht das von den Baselbieter Pullern organisierte Tractor Pulling über die Bühne. In neun Kategorien bestreiten die Teilnehmenden die letzten Läufe zur Schweizer Meisterschaft der Saison 2019. Auch dieses Jahr beurteilte die Gemeinde das Gesuch für eine Bewilligung neutral. Die Auswirkungen auf die Gemeinde seien jedoch möglichst gering zu halten, sagt dazu Gemeindepräsident Stefan Eschbach.

Denn die ersten beiden Pullings von 2017 und 2018 lösten heftige Reaktionen aus. Fans und Gegner hätten nicht mehr miteinander gesprochen. Auslöser sei möglicherweise der Ausdruck «Green Pulling» gewesen. Dahinter steht die Absicht des Organisationskomitees, den CO2-Ausstoss der Wettbewerbe, der Anlieferung sowie der An- und Abfahrten der Zuschauer mit dem Anbau von Sonnenblumen, Phacelia und Buchweizen zu kompensieren.

2,6 Kilogramm CO2 gelangen bei der Verbrennung von jedem Liter Diesel in die Atmosphäre. Mit rund 750 Litern ist der Dieselverbrauch aller Pulling-Wettbewerbe vergleichsweise bescheiden. Die Hauptemissionen entstehen – wie bei den meisten anderen Grossanlässen auch – durch die An- und Abreise der Zuschauer.

Lukas Kilcher, Leiter des Ebenrain-Zentrums für Landwirtschaft, Natur und Ernährung, anerkennt zwar das Engagement der Bauern – und ist dennoch nicht sonderlich begeistert. «Die Belastung tut dem Boden nicht gut», hält Kilcher fest. Durch die intensive Bautätigkeit stehe der Landwirtschaft immer weniger Nutzfläche zur Verfügung. Deshalb müsse man zu dieser natürlichen Ressource Sorge tragen.

«Wenn wir etwas besser machen können, dann tun wir es»

Die Berechnung der CO2-Kompensation mit dem Anbau von Sonnenblumen halte zudem wissenschaftlichen Kriterien nicht stand. Gemeindepräsident Stefan Eschbach hat das Organisationskomitee deshalb gebeten, auf den grünen Anstrich zu verzichten und den Anlass beim Namen zu nennen. Das scheint zu wirken. «Bis jetzt ist es ruhig», sagt Gemeindeschreiberin Elvire Hürlimann. «Der Anlass ist gut organisiert, das Dorf spürt nicht viel.»

Das Verkehrsleitsystem funktioniere gut. Nur das Abfallkonzept habe noch Verbesserungspotenzial. «Diese Kritik nehmen wir ernst», sagt dazu Toni Gass, Landbesitzer und Medienverantwortlicher des Organisationskomitees. «Wenn wir etwas besser machen können, dann tun wir es.» Für die Verpflegung werde rezyklierbares Geschirr und Besteck verwendet. «Die Trinkhalme aus Roggenstroh haben wir selbst hergestellt», vermeldet Gass stolz. Und ein Trennsystem für die Abfälle sei vorbereitet. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sollen sich an den Wettbewerben erfreuen.

In den Standardklassen kommen reguläre Traktoren mit Strassenzulassung zum Einsatz. Möglichst viel Auflagefläche für die Antriebsräder lautet die Devise. Zuschauermagnete sind allerdings die Kraftpakete der Sportklassen. Mit über 30 Kilometern pro Stunde donnern diese Traktoren über die Piste.