Die Theologinnen Monika Hungerbühler und Jacqueline Keune veröffentlichten im Dezember 2018 den Appell «Für eine Kirche umfassender Gleichwertigkeit». Daraufhin wurden sie zum Gespräch mit Bischof Felix Gmür und Generalvikar Markus Thürig eingeladen.

Unter dem Titel «Wir haben es satt!» haben fünf Theologinnen und zwei Theologen ein Papier verfasst. Dieses umfasst 20 Forderungen. «Eine Kirche, die Homosexuelle diskriminiert und in der Frauen weniger wert sind als Männer, ist für uns nicht hinnehmbar», erklärte Jacqueline Keune im April gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung».

Das Treffen mit den beiden Kirchenfrauen und den TheologInnen Angela Büchel Sladkovic, Elke Kreiselmeyer und Nico Derksen hat am Mittwoch in Solothurn stattgefunden. Marie-Theres Beeler und Felix Senn konnten nicht teilnehmen.

«Die Initiativgruppe gab dem Bischof und dem Generalvikar Anteil an persönlichen Erfahrungen der Ungleichwertigkeit im kirchlichen Kontext», schreibt das Bistum Basel in einer Mitteilung. Dabei sei für alle am Tisch spürbar gewesen, wie unterschiedlich die Bedingungen für Frauen und Männern seien und wie viel an Bewusstseinsarbeit immer noch zu leisten sei.

Im Austausch wurde unterschieden zwischen der Ebene der Strukturen und jene der Kultur. «Auch wenn sich alle Gesprächsteilnehmenden einig waren, dass strukturelle Veränderungen notwendig sind, so wurde doch allseits betont, wie sehr auch das Verwirklichen einer bestimmten Kultur zu einem Mehr an Gleichwertigkeit der Geschlechter beitragen kann», heisst es weiter.

Das Bistum möchte hier ansetzen und etwa durch entsprechende Aus- und Weiterbildung einen Prozess in Gang bringen. «Auch die Anpassung der pastoralen Berufsbezeichnungen ist Teil davon und die Praxis, dass Frauen im Bistum Basel in pastoralen und staatskirchenrechtlichen Leitungspositionen tätig sind.»

Stichworte: Frauenordination, Pflichtzölibat, Viri Probati, Glaube und Glaubensvermittlung. Der Umgang mit strukturellen Veränderungen soll durch die Bischofskonferenz auf nationaler Ebene besprochen und angegangen werden.

Für den Bischof bleibe von grosser Bedeutung, dass die Weiterentwicklung der Kirche «möglichst alle Menschen mitnimmt und die Einheit stärkt, im Wissen und auch in Anerkennung um eine kirchliche Vielfalt», wird in der Mitteilung betont.

Abschliessend heisst es, dass eine «Kirche umfassender Gleichwertigkeit aller Menschen» das gemeinsame Ziel aller Gesprächsteilnehmenden sei. (mgt)