Lange haben die Verantwortlichen geschwiegen. Doch jetzt ist ihnen offensichtlich der Kragen geplatzt.

Die Schweizer Salinen beklagen sich bitter über die Propaganda der Gegner der Salzgewinnung unter der Rütihard in Muttenz. Die Kritiker würden mit Flyern und Newsletter inkorrekte und missverständliche Aussagen verbreiten. «Die Schweizer Salinen wehren sich gegen eine unsorgfältige Panikmache betreffend der Sicherheit der Salzgewinnung», heisst es in einem gestern verschickten vierseitigen Communiqué.

«Sie bedauern die beharrlichen, unbegründeten Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit der Behördenentscheide und an der Objektivität respektierter Gutachter.» Die Falschaussagen würden den «sachlichen Diskurs über den Salzabbau» torpedieren.

Flyer in jedem Briefkasten

Die Stellungnahme ist eine Reaktion auf eine Flyeraktion der «IG Rettet die Rütihard!». Am vergangenen Wochenende verteilten Sympathisanten 8700 Broschüren in alle Muttenzer Haushalte. Schon länger informiert die IG auch per Newsletter und Facebook.

Eine der Aussagen im Flyer, an denen sich die Salinen stören, ist die Angabe über die zu erwartenden Emissionen. Laut IG blühen Muttenz 50 Jahre lang Lärm, Abgase, Vibrationen während 24 Stunden. Die Salinen entgegnen, vorgesehen sei ein sechsmonatiger Bohrbetrieb sowie sechsmonatige Bauarbeiten pro Etappe. Zwischen den voraussichtlich vier Etappen gebe es zudem jeweils fünf Jahre Pause.

«Alle Vorhaben rechtmässig»

Weiter verneint das Unternehmen im Besitz der Kantone, die Salzgewinnung könnte Grund- und Trinkwasser kontaminieren und zu Bodenabsenkungen führen. Auch würden die Salinen keine Sonderbehandlung durch die Behörden geniessen.