Reinach

Nach Safran und Vanille: Evolva forscht für die US Navy

Blick in ein Evolva-Labor in Reinach.

Blick in ein Evolva-Labor in Reinach.

Die Reinacher Biotech-Firma Evolva arbeitet im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsabkommens mit der US Navy zusammen. Das gab die Reinacher Biotech-Firma am Montag bekannt. Evolva und die Navy wollen gemeinsam neue, leichte und feuerbeständige Verbundmaterialien entwickeln.

Evolva arbeitet im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsabkommens mit der US Navy zusammen. Das gab die Reinacher Biotech-Firma am Montag bekannt. Evolva und die Navy wollen gemeinsam neue, leichte und feuerbeständige Verbundmaterialien entwickeln.

Um welche Zusätze und Verbindungen es sich handelt, und wie sie wirken, gab Evolva-Sprecher Paul Verbraeken nicht preis. «Wir dürfen leider nichts Genaueres sagen», meinte er. Nur so viel ist klar: Die Substanzen werden mit der bisher bekannten Fermentations-Technologie von Evolva produziert. Die geht, vereinfacht gesagt, so: Die bekannte Hefe wird gentechnisch so verändert, dass sie in der Lage ist, beispielsweise Aroma- oder Süssstoffe zu produzieren. Die Hefe wird so zur chemischen Fabrik. Diese Technologie ermögliche es, in der Natur vorkommende Substanzen auf einem neuen Weg herzustellen – nur reiner.

Mit der Produktion von grosstechnisch anwendbaren Substanzen stösst Evolva in ein bislang nicht beackertes Industriefeld vor. Mögliche Anwendungsbereiche der neuen Materialien sind unter anderem Flugzeuge, Wasser- und Panzerfahrzeuge sowie Spezialgewebe und Baumaterialien. «Die Verbundmaterialien der nächsten Generation basieren auf einem Molekül, das sich dank hoch entwickelter Biotechnologie und Fermentation in industriellem Massstab herstellen und anschliessend mit standardmässigen Herstellungsmethoden polymerisieren und gestalten und formen lässt», schreib Evolva in einer Medienmitteilung.

Bei einer erfolgreichen Umsetzung des Projekts könnte die US Navy von neuartigen Verbundmaterialien profitieren, die feuer- und hochtemperaturbeständig sowie stärker und leichter als Aluminium sind. Zudem würden diese Materialien aus einer nachhaltigeren Beschaffung stammen, wären weniger teuer und hätten gegenüber bestehenden Verbundmaterialien weitere Vorteile. Finanztransaktionen gibt es keine (also keine «Milestone-Zahlungen»).

Der Firmensprecher glaubt nicht, dass die künftigen Substanzen unter die bewilligungspflichtigen Schweizer Rüstungsexporte fallen werden. «Das wurde sehr gut angeschaut.» Die Stoffe würden «defensive Massnahmen» betreffen. Es sei das Ziel, Leben zu retten und Feuerschäden zu verringern.

«Dieses Abkommen unterstreicht und bestätigt die Vielseitigkeit unserer Produktinnovationsplattform sowie unsere profunde Kompetenz im Bereich der Pflanzenforschung», sagte Neil Goldsmith, CEO von Evolva. «Darüber hinaus verdeutlicht es, wie weit und umfangreich Evolva dank ihrer vielseitigen Technologieplattform für synthetische Biologie in verschiedene Branchen vorstösst.»

Nicht das erste US-Projekt

Bereits vor einigen Jahren hatte Evolva für das US-Verteidigungsministerium gearbeitet. Damals stand die Abwehr gegen «Bio-Terror» im Fokus (z.B. Anthrax-Attacken). Das Projekt sei jetzt abgeschlossen, sagt Paul Verbraeken.

Die aktuellen Produkte von Evolva umfassen Stevia, Resveratrol (Rotwein-Aroma), Vanillin, Nootkaton (verscheucht Mücken) und Safran. Neben der Entwicklung der eigenen Ingredienzien setzt Evolva ihre Technologie für Partnerunternehmen ein.

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Autor

Stefan Schuppli

Stefan Schuppli

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