Auszeichnung

Nach stürmischen Zeiten: Die Autobus AG zeigt es allen

AAGL-Geschäftsführer Roman Stingelin (links) und Verwaltungsratspräsident Christian Haidlauf können sich nach stürmischen Zeiten wieder freuen: Die Autobus AG erhält Bestnoten. (Archivbild)

AAGL-Geschäftsführer Roman Stingelin (links) und Verwaltungsratspräsident Christian Haidlauf können sich nach stürmischen Zeiten wieder freuen: Die Autobus AG erhält Bestnoten. (Archivbild)

Das Bundesamt für Verkehr stellt der AAGL das beste Zeugnis aller regionalen Busunternehmen aus – das kommt ihr höchst gelegen.

Tue Gutes und sprich darüber. Nach diesem Prinzip handelt derzeit die Autobus AG Liestal (AAGL): Auf den Bildschirmen in ihren Bussen leuchtet die Botschaft: «Herzliche Gratulation! Sie fahren mit dem besten Busunternehmen der Region!» Das hätten die Qualitätsmessungen des Bundesamts für Verkehr im 2018 gezeigt.

Dass das Busunternehmen diese imagefördernde Nachricht in die Welt hinaus ruft, ist mehr als verständlich. Noch im Frühjahr stand die AAGL unter massivem Spardruck des Kantons, der drohte, ihre Linien auszuschreiben. Und damit an ihrer Existenz rüttelte. Mittlerweile hat sich die Situation mit – geheimen – Zielvereinbarungen über die nächsten vier Jahre beruhigt.

Einzig Waldenburgerbahn fällt ab

Das Bundesamt für Verkehr hat 2016 mit dem Aufbau eines Qualitätsmesssystems begonnen, bei dem rund 60 geschulte Testkunden Busse und Züge in der Schweiz begutachten. Beurteilt werden diverse Kriterien von der Kundeninformation in den Fahrzeugen über die Funktionsfähigkeit der Einrichtung, der Sauberkeit bis zu Kompetenz und Verhalten des Fahrpersonals.

Bei den aktuellsten Resultaten von 2018 schwingt die AAGL bei den regionalen Busunternehmen obenaus und gehört zu den besten in der Schweiz. Sie erhielt 97,18 von möglichen 100 Punkten. Landesweiter Spitzenreiter ist der Busbetrieb Solothurn und Umgebung AG mit 99,11 Punkten. Mit ihrem Resultat überschritt die AAGL als einziges Busunternehmen in der Region den Zielwert des Bundes von 96,23 Punkten. Dieser Wert besagt, dass ein Transportunternehmen «die Erwartungen der Besteller voll und ganz erfüllt».

Die Mindestvorgabe beläuft sich auf 91,73 Punkte. Das haben auch die anderen in der Region tätigen Transportunternehmen in der Sparte Bus locker erfüllt: Postauto erzielte 95,47, BLT 95,43 und BVB 95,26 Punkte. Bei den Zügen fällt auf, dass die Waldenburgerbahn (WB) mit 75,1 Punkten das schlechteste Resultat in der Schweiz eingefahren hat.

AAGL-Geschäftsführer Roman Stingelin freut sich: «Wir sind stolz. Gleichzeitig motiviert uns das, noch besser zu werden.» So etwa bei der Sauberkeit der Busse vor allem im Winter. Und er fügt bei: «Ich sage es ungern, aber bei der Begrüssung und Verabschiedung unserer Fahrgäste gibt es bei den Chauffeuren auch noch Luft nach oben.» Das hätten die Tests gezeigt. Dafür seien sie in Sachen Auskünfte an die Fahrgäste top.

Bruno Schmutz von der Abteilung öffentlicher Verkehr beim Kanton sagt, dass das Qualitätsmesssystem des Bundes bis jetzt nicht in die Beurteilungen des Kantons eingeflossen sei. Dieser führe bei den Kunden zusammen mit den Nachbarkantonen eigene Zufriedenheitsumfragen durch; derzeit laufe gerade eine. Aber das System des Bundes mit ausgebildetem Personal sei objektiver und ergänze die eigene Umfrage optimal, weshalb die Resultate bei künftigen Zielvereinbarungen mit den Transportunternehmen berücksichtigt werden sollen.

Zum schlechten Resultat der WB sagt Schmutz: «Es ist nicht alles optimal. Weil aber ein Grossteil der WB-Infrastruktur bis 2022 ersetzt wird, nimmt man Abstriche in Kauf.»

Autor

Andreas Hirsbrunner

Andreas Hirsbrunner

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