Rund 200 Tramübergänge hat die Baselland Transport AG (BLT) in den vergangenen 15 Jahren saniert. Das bleibt nicht ohne Wirkung: Die Unfallzahlen auf den BLT-Linien im Baselbiet haben leicht abgenommen, «und vor allem ist die Schwere der Verletzungen gesunken», sagt der stellvertretende BLT-Direktor Fredi Schoedler. «Gerade die 11er-Linie in Reinach haben wir sehr gut abgesichert.»

Trotzdem verunfallte dort vorgestern ein 92-jähriger Velofahrer tödlich. Bevor er vom Tram überfahren wurde, befuhr der Mann vom Veloweg aus einen Übergang, der ausschliesslich für Fussgänger gedacht ist. «Velofahrer sollten diesen Übergang nicht nutzen», sagt Schoedler. Zudem gab er kein Handzeichen. Juristisch betrachtet spricht also einiges dafür, dass der Mann selbst verschuldet verunglückt ist.

Wenig Platz für Schikane

Trotzdem wird sich die BLT überlegen, wie sie die Haltestelle Lochacker sicherer machen kann – denn das hätte das Bahnunternehmen sowieso getan, auch ohne das Unglück vom Montag. Wie alle Haltestellen schweizweit muss nämlich auch diejenige am Lochacker bis Ende 2023 behindertengerecht sein, das verlangt das Gleichstellungsgesetz des Bundes.

«In diesem Zusammenhang werden wir auch die Sicherheit der Übergänge prüfen», sagt Schoedler. Dabei werde man die Erkenntnisse aus dem Velounfall berücksichtigen.

Denkbar ist eine Schikane in Form eines Geländers, das die Fussgänger zwingt, in beide Richtungen herannahnende Trams zu erblicken. Auf der Strassenseite besteht bereits eine solche Einrichtung. Allerdings ist auf der Veloweg-Seite der Platz beschränkt.

Wenig Übergänge

Sicher ist: Der Absatz zwischen Veloweg und Haltestelle, den der verstorbene Velofahrer am Montag überfuhr, wird weiterhin für Velofahrer einfach zu überwinden sein, auch wenn das nicht erlaubt ist. Denn um mit Rollstuhl und Kinderwagen passierbar zu bleiben, darf der Absatz nicht höher als 5 Zentimeter sein.

Im Zuge der Sanierung der Übergänge hat die BLT einige Übergänge gänzlich gestrichen, so auch in Reinach. Nicht undenkbar ist deshalb, dass der Senior vorgestern den Fussgängerübergang nur deshalb befuhr, weil vor und nach der Haltestelle sonst keine Möglichkeit besteht, die Tramlinie legal zu überqueren.