Lohnsystem

Nach vielen «harzigen Diskussionen» einigen sich Lehrpersonen und Kanton über Leistungslohn

Wie genau die Arbeit der Lehrer beurteilt werden soll, ist allerdings noch nicht klar.

Wie genau die Arbeit der Lehrer beurteilt werden soll, ist allerdings noch nicht klar.

Die Einführung von Leistungslöhne in der Baselbieter Verwaltung war höchst umstritten, allen voran in den Schulen. Nun gibt es aber einen Kompromiss.

Gestern stellten Vertreter der Regierung sowie der Lehrer und Schulleitungen einen nach langwierigen Konsultationen erarbeiteten Kompromiss vor. Es ging darum, Lehrpersonen im neuen Lohnregime der Baselbieter Verwaltung einzufügen.

Bisher galt für Kantonsangestellte ein automatischer Lohnstufenanstieg. Eine Initiative der Liga der Baselbieter Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hatte die Aufhebung dieses Systems verlangt. Darauf hin stieg der Kanton vor einem Jahr auf ein neues System um.

Seither steigen Löhne gemäss der erbrachten Leistung. Dafür entscheidend ist ein Mitarbeitergespräch (MAG). Dagegen wehrten sich allerdings die Schulen und linke Parteien vehement. Als Grund wurde der nur schwer beurteilbare Lehreralltag angeführt. Zudem wurde der grosse Umfang der Führungsaufgaben der Schulleitungen genannt. Diese müssten bis zu 50 Lehrpersonen beurteilen.

Lange Verhandlungen und harzige Diskussionen

Das jetzt vorliegende Projekt ist ein Resultat langer Verhandlungen zwischen Fachverbänden und Experten der Bildungs- und der Finanzdirektion, wie der Finanzdirektor Anton Lauber wie auch der Präsident des Lehrervereines Baselland, Roger von Wartburg, gestern betonten. Bildungsdirektorin Monica Gschwind sprach von «harzigen Diskussionen». Die Lehrer werden ab Januar 2021 nach der gleichen dreistufigen Bewertungsskala beurteilt wie die übrigen Angestellten der kantonalen Verwaltung.

Das neue Lohnsystem

  • Zufriedenstellende Mitarbeiter erhalten im Rahmen des MAG das Prädikat «A», was zu einem Lohnanstieg führt. 
  • Bei Nichterfüllung der Erwartungen wird das Prädikat «B» erteilt, das eine Lohnerhöhung verunmöglicht.
  • Wer sich besonders auszeichnet, erhält in einem separaten Verfahren das Prädikat «A+» und hat Anrecht auf eine «beschleunigte Lohnentwicklung».

Ein möglichst schmerzloser Kompromiss

Die grösste Entlastung für Schulleitungen ist dabei ein gelockerter Zeitraum für Mitarbeitergespräche. Ideal sollen diese jährlich stattfinden. Falls dies aber nicht möglich ist, müssen sie nur alle drei Jahre durchgeführt werden.

Die Einigung zwischen Kanton und Lehrpersonen ist gemäss von Wartburg «pragmatisch». Für Ernst Schürch von der Amtlichen Kantonskommission galt es, einen möglichst schmerzlosen Kompromiss herbeizuführen: «Wir waren uns bewusst, dass die Leistungs­löhne kommen würden, mit oder ohne uns.»

Bürgerliche sind zufrieden, Linken bedauern einen «Schildbürgerstreich»

Der Grüne Landrat Klaus Kirchmayr hält die Lösung nicht für ideal. Er war einer der grössten Verfechter der Lohnreform. Jetzt kritisiert er «sehr viel Aufwand und Bürokratie». Aber «de facto ändert sich ja kaum ­etwas – ein eigentlicher Schildbürgerstreich». Auch sei die ­Frage «der besseren Ressour­cierung der durch die viele ­Administration überlasteten Schulleitungen immer noch nicht geklärt».

Zufrieden ist die Liga der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Für Präsident Jörg Felix ist ein Leistungslohn als Wertschätzung der engagierten Lehrerschaft zu betrachten: «Ein automatischer Lohnstufenanstieg wurde hingegen als ungerecht empfunden, weil ausserordentliche Einsätze in keinster Weise belohnt wurden.»

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