Bottmingen

Nach zehn Jahren Planung: Kanton Baselland soll Busbahnhof endlich sanieren

An der Haltestelle Bottmingen Schloss wird den Passagieren das Umsteigen von Tram auf Bus nicht einfach gemacht.

An der Haltestelle Bottmingen Schloss wird den Passagieren das Umsteigen von Tram auf Bus nicht einfach gemacht.

Die Haltestelle Bottmingen Schloss ist unsicher und veraltet. Doch der Bund zögert mit Subventionen für den Umbau. Der BLT-Direktor fordert jetzt vom Kanton, das Geld vorzuschiessen.

6500 Menschen steigen jeden Tag an der Haltestelle «Bottmingen Schloss» vom Tram in den Bus oder von einem Bus in einen anderen um. Die Bedeutung des Busbahnhofs hat zugenommen, einerseits um nach und von Basel zu fahren, andererseits wegen der steigenden Bedeutung der tangentialen Agglo-Buslinien.

Doch die Bedingungen, die die Passagiere dort vorfinden, sind alles andere als ideal. Die Verkehrsflächen sind nicht klar getrennt, was die Fussgänger gefährdet. Die verschiedenen Busse halten nicht immer am gleichen Ort, das beeinträchtigt oft die Fahrplanstabilität. Die Wartezonen sind alles andere als attraktiv. Und die Kehrschlaufe ist für die immer grösseren Busse zu eng.

Gemeinderat möchte Gas geben

Der Kanton hat deshalb das Vorhaben einer Umgestaltung 2016 im 3. Agglomerationsprogramm eingegeben, um Bundessubventionen zu erhalten. Der Baustart solle «bis 2022» erfolgen, heisst es in den Unterlagen, die er nach Bern geschickt hat. Das freut den Bottminger Gemeinderat Remo Muchenberger. «Die Umgestaltung wäre ein Komfortgewinn für die Benutzer», sagt er. Mit der Eingabe ins Agglomerationsprogramm, hofft er, werde der Kanton mit der Umgestaltung vorwärts machen. Er ist sogar der Meinung, dass es rascher gehen könnte, als dies der Kanton vorsieht. «Baubeginn sollte in den kommenden zwei bis drei Jahren sein», findet er. Das sei realistisch, denn so könne man auch die Bedingungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllen. Dies muss laut Bund bis Ende 2023 der Fall sein.

Doch der Bund enttäuscht diesen ambitionierten Zeitplan. Er hat zwar den Handlungsbedarf am Bottminger Busbahnhof anerkannt. Doch er hat das Projekt in die B-Liste zurückgestuft. Das heisst, dass der Baustart nicht vor 2024 erfolgen könnte. Der Grund, den die Beamten aus Bern angeben: Das Projekt, das der Kanton Baselland präsentiere, sei noch zu wenig konkret. Dabei hatte die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) einige Zeit, sich über die Umgestaltung des Bahnhofareals Gedanken zu machen.

Bereits 2008 hatte sie ein Projekt erarbeiten lassen. Allerdings hatte man damals vergessen, die Behindertentauglichkeit einzuplanen. Zudem zeigte sich, dass der nötige Landerwerb schwieriger war als erwartet. Der Kanton beschloss deshalb, das Projekt neu zu erarbeiten.

Doch danach lief in Sachen Busbahnhof Bottmingen lange nichts mehr. «Infolge der knappen Personalressourcen konnte das Projekt nicht sofort weiter verfolgt werden», erklärt BUD-Sprecher Dieter Leutwyler. Vorrang hatte unter anderem die Umgestaltung des Busbahnhofs in Laufen.

Trotz des Dämpfers aus Bern: Die BUD will das Projekt noch dieses Jahr neu lancieren, diesmal mit dem Ziel, dass die Bagger 2024 auffahren. Das ist zu langsam für Andreas Büttiker, den Direktor der Baselland Transport AG (BLT), die die Tramlinie betreibt. Den Bottminger Busbahnhof bezeichnet er als «wichtige Drehscheibe», deren Sanierung einen klaren Gewinn für die Passagiere brächte. Auf die Gelder aus Bern will er deshalb nicht warten. «Wenn man nicht baureife Projekte einreicht, muss man sich nicht wundern, dass sie zurückgestuft werden», sagt er.

BLT will nicht alleine bauen

Die Umgestaltung des Busbahnhofs sei zwar anspruchsvoll. Aber einen technischen Grund für weitere Verzögerungen sieht Büttiker nicht. «Jetzt ist der Zeitpunkt da, um den Knoten in Bottmingen endlich zu lösen», findet er. Notfalls solle der Kanton den Umbau vorfinanzieren. Die BLT wird die Tramhaltestelle bis 2023 auf jeden Fall behindertengerecht umbauen.

Und eines möchte Büttiker verhindern: Dass bis dahin der Kanton kein baureifes Umgestaltungsprojekt für die Bushaltestelle nebenan präsentieren kann. Denn dass die BLT einen Teil des Busbahnhofs auf eigene Faust umgestaltet, das hält er für «nicht intelligent».

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