Solarstrom

«Nachfrage in diesem Jahr explodiert» - Solaranlagen belasten Frenkendorf

er Solarboom in Frenkendorf hat die Gemeinde in finazielle Schwierigkeiten gebracht.

er Solarboom in Frenkendorf hat die Gemeinde in finazielle Schwierigkeiten gebracht.

Frenkendorf subventioniert Photovoltaik-Anlagen. Die Gemeinde ist von der starken Ökostrom-Nachfrage auf dem falschen Fuss erwischt worden. Die Gemeindeversammlung hat nun beschlossen, den jährlichen Beitrag an den Solarstrom zu reduzieren.

Gemeinderat Urs Kaufmann (SP) gab in einer «persönlichen Erklärung» seinen Verzicht bekannt. Er werde nur die 880 Franken annehmen, welche das neue Reglement vorsieht nicht aber die ihm eigentlich noch zustehenden 4400 Franken. Wie viele andere Frenkendörfer hatte Kaufmann in diesem Jahr in eine Photovoltaik-Anlage investiert. Die erneuerbare Energie wird von verschiedenen Seiten gefördert und somit subventioniert. Auch von der Gemeinde Frenkendorf selbst. Das Problem: 35 000 Franken sieht das jährliche Budget zur Unterstützung vor. Einen Nachtragskredit von 265 000 Franken musste die Gemeindeversammlung sprechen, um dem Boom gerecht zu werden. «Ich möchte Gerüchten vorbeugen, ich hätte von Insiderwissen profitiert», erklärte sich Kaufmann.

Solarboom in Frenkendorf

Was war passiert? Von 1993 bis 2012 steckte die Gemeinde Frenkendorf 277 000 Franken in insgesamt 110 Anlagen. «Die Nachfrage ist in diesem Jahr explodiert, ein veritabler Solarboom hat Frenkendorf erreicht», sagte Kaufmann, «das hat natürlich eine strahlende Sonnenseite aber auch eine Schattenseite.» Die Schattenseite der über 50 neuen Anlagen betreffen die Gemeindefinanzen. Deshalb wurde gleich nach dem genehmigten Nachtragskredit über ein neues Reglement abgestimmt, das ein ähnliches Szenario künftig verunmöglichen soll.

Ab Januar 2013 wird der Maximalbetrag bei 3000 Franken liegen. Das beschloss die Gemeindeversammlung. Gefördert werden Photovoltaikanlagen, thermische Solaranlagen sowie Wärmepumpen mit Erdsonden bei Umbauten. Mehr als 40 Prozent der Gesamtkosten sollen nicht mehr aus Beiträgen bestehen. Bislang waren bis 60 Prozent möglich. Frenkendorf produziert heute laut Urs Kaufmann etwa das Doppelte an erneuerbaren Energien, was den schweizerischen Durchschnitt betrifft.

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