Fachhochschule Nordwestschweiz

Nein zu Budgeterhöhung: Baselland bremst Fachhochschule aus

Die FHNW – hier ihr Standort in Muttenz – möchte mehr Geld. (Archivbild)

Die FHNW – hier ihr Standort in Muttenz – möchte mehr Geld. (Archivbild)

Vor drei Jahren gab es die Beitragserhöhung für die Fachhochschule Nordwestschweiz nur mit strengen Auflagen. Jetzt will die Institution mehr Geld. Dagegen wettert die Baselbieter SVP, sie hat kein Verständnis für diese Forderung.

Dass die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) für die nächste Leistungsperiode 2015-2017 mehr Geld braucht, stösst nicht überall auf Verständnis. Einige Politiker fragen sich, ob die Alarmsignale nicht erkannt wurden, die mit dem letzten Leistungsauftrag in Richtung Fachhochschule gesandt wurden. Zunächst hatte der Baselbieter Landrat 2011 eine Erhöhung des Globalbeitrags abgelehnt.

Erst im zweiten Anlauf brachte Bildungsdirektor Urs Wüthrich den Kredit durch. Unter anderem aber bekam die FHNW den Auftrag, den Selbstfinanzierungsgrad in der Forschung zu steigern und die Doppelspurigkeiten zwischen Uni und Fachhochschule zu eliminieren.

Zudem sollte der Regierungsrat der Interparlamentarischen Kommission der FHNW (IPK) über die Massnahmen laufend Bericht erstatten. «Dass die Fachhochschule irgendwelche Massnahmen umsetzte - davon habe ich kaum etwas gemerkt», nervt sich nun IPK-Mitglied Oskar Kämpfer (SVP). Er hat sich schon vor der letzten Kommissionsberatung nächste Woche («die ist ohnehin überflüssig») entschieden, den FHNW-Kredit im Landrat abzulehnen.

Weniger als der Budgetanstieg stört ihn die strategische Ausrichtung der Fachhochschule. «Noch immer macht sie viel zu viel Grundlagenforschung. Dieses Gebiet sollte sie der Uni überlassen.» Kämpfer kritisiert nicht die Forschung an sich, erwartet aber von der FHNW, dass sie im Austausch mit der Industrie betrieben werde.

Die Mitsprache des Parlaments beschränkt sich nun darauf, den Kredit an- oder abzulehnen. Trotzdem wird Kämpfer in seinem Votum auch auf die in seinen Augen «fehlgeleitete» Strategie der FHNW aufmerksam machen.

Quereinsteiger machen Unterschied

Die Ratslinke widerspricht Kämpfer vehement. IPK-Mitglied Marie-Theres Beeler (Grüne) ist der Meinung, dass gerade die Forschung «aufs Notwendige runtergebrochen» sei. «Ich selber finde, dass die FHNW unsere Forderungen nach der Wirtschaftlichkeit erfüllt hat.» Und immerhin habe die Fachhochschule von den geforderten zusätzlichen 23 Millionen, die sie in den nächsten drei Jahren braucht, deren 15 aus den eigenen Reserven beigesteuert.

IPK-Präsident Marc Joset (SP) will auch die Mehrkosten von 8 Millionen, die auf den Landkanton zukommen, ins rechte Licht rücken. «Die sind darauf zurückzuführen, dass die Quereinsteigerausbildung von Lehrern bisher von ausserhalb des Leistungsauftrags finanziert worden sind, nun aber in das Globalbudget aufgenommen wurden.» Nur dadurch steige der Baselbieter Beitrag in der nächsten Leistungsperiode von 186 auf 192 Millionen Franken. Beeler geht angesichts der moderaten Beitragserhöhung davon aus, dass der Globalbeitrag im Landrat eine Zustimmung finden wird.

Davon ist selbst der parlamentarische Dauerkämpfer Oskar Kämpfer überzeugt. Er werde es sich natürlich nicht nehmen lassen, «für ein Nein zu lobbyieren». Von den anderen FHNW-Trägerkantonen Basel-Stadt, Solothurn und Aargau, so der SVPler, sei nicht sonderlich viel zu erwarten. Nach einem Meinungsumschwung beim letzten Leistungsauftrag hätte es in den Nachbarkantonen einige Wechsel auf den wichtigen Positionen gegeben. «Und seither, so scheint es, ist der Widerstand gebrochen. Es verläuft wieder alles in Minne», ärgert sich Kämpfer.

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